EUROPA-TOURNEE Lerne Obamasprech!
Gut ist genug gut!
Jahrhundertelang grübelten Philosophen darüber, was "gut" ist. Obama hat es nun herausgefunden: Man muss einfach nur allen ihr Recht verschaffen, ohne dass das Recht anderer eingeschränkt wird. Wenn alle Konflikte gelöst sind, können wir uns den Problemen zuwenden. Anschließend sind die unausräumbaren Differenzen an der Reihe, bis die wichtigsten Entscheidungen nicht mehr aufgeschoben werden können.
Sowohl als auch!
Westliche Werte sind Obama ein hohes Gut - aber auch die muslimische Welt verdient Respekt. Israelis und Palästinenser sollen verstärkt Mitwohnzentralen gründen. Mit der Geschichte ist das so eine Sache: "Wir wollen unsere Vergangenheit ehren und gleichzeitig eine Brücke zur Zukunft schaffen." Deshalb müssen wir jetzt die Krise überreden, dass wir sie Chance nennen dürfen.
Good Cop, Bad Cop
Bush war mal. Jetzt ist Obama, also alles anders. Das ist die "sichtbare Neuorientierung der amerikanischen Politik" (Frank-Walter Steinmeier). Zwei Schlüsselworte sind Bush- und Obama-Administration zuzuordnen, wenn man sich die Gesamtstrategie besser merken will: "Oops" (steht für: Fehlinformation, Präventivkrieg, vollendete Tatsachen) sowie "Sorry" (Schadensbegrenzung, Nachsorge, Fähnchenverteilen).
Liebe in Zeiten des Terrors
"Al-Qaida will natürlich eine Bombe", sagt Obama und verwandelt mit einem alchemistischen Trick die Bedrohung in eine Utopie. Denn: "Dies ist ein Problem, das wir alle gemeinsam haben." Aus einem Kommunismus der Angst soll etwas ganz Neues entstehen, eine neue Weltordnung mit dem Segen des Allobamas.
"Worte müssen etwas bedeuten"
Auf Reden sollen Taten folgen. Spaltbares Material soll es nicht mehr geben. Mit fossilen Brennstoffen sollen endlich faire Gespräche geführt werden. Der Internationale Währungsfonds soll sich artig für eine Billion Dollar bedanken. Und nicht zuletzt sollen Krisen in Zukunft auf ihren neuen Namen "Chance" hören. Dann können wir alle am Freitag rufen: "Yes - weekend!"