Kommentar: Dinoskeletthandel in Not - DER SPIEGEL
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Kommentar Dinoskeletthandel in Not

Der Schock in der Branche sitzt tief. Der Handel mit Dinoskeletten hat einen neuen historischen Talkessel erreicht:
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Auf einer Auktion in New York konnten unlängst sehr formschöne, kundig zusammengebaute Knochen eines ehrwürdigen Dryosaurus Altus (Donnerechse) nicht verkauft werden. Niemand war bereit, auch nur 300.000 Dollar für das nahezu konkurrenzlose Skelett aufzubringen, während ein läppisches Mammut 60.000 Dollar einbrachte - weil, wie der Versteigerer mitteilte, "es nicht voll ausgewachsen war und daher bestens in ein Wohnzimmer hineinpasst". Ja, aber: Der Dino doch auch! 150 Millionen Jahre lang ist an der Herstellung dieses Spitzenskeletts gearbeitet worden, Naturkräfte von unvorstellbarer Imposanz wirkten daran mit, ebenso sorgsam ausgebildete Archäologen! Die Folgen sind unabsehbar: Eine ganze Branche versinkt in Not. Wann wird die Politik handeln? Wann endlich wird der Staat, wird die Staatengemeinschaft die Dinoskelette aufkaufen? Memor esto brevis aevi! Worin läge mehr Zukunft als in der Vergangenheit! Nur Zyniker und Bösartige werden sagen: dass man den Dinoskeletthandel doch einfach aussterben lassen sollte.

Jens-Karl Bochtler vom ARD-Arbeitskreis "Kommentatorenkoordination"