Repressionen gegen Nichtwähler: Wählen muß sich wieder lohnen! - DER SPIEGEL
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Repressionen gegen Nichtwähler Wählen muß sich wieder lohnen!

Nachdem die Wahlbeteiligung bei der Europawahl am letzten Sonntag einen historischen Tiefstand markierte, fordern Politiker nun angemessene Erziehungsmaßnahmen für unwillige Wähler.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aus den Reihen der SPD kommt der Vorschlag, jede nicht abgegebene Stimme "zur Strafe" den Sozialdemokraten anzurechnen: "Dann wollen wir doch mal sehen, wie das Volk an die Urnen strömt!" Eine Idee, die auch von fast allen anderen Parteien unterstützt wird. Bei den Liberalen denkt man zusätzlich darüber nach, die Wahlbeteiligung an die Mehrwertsteuer zu koppeln (bzw. umgekehrt), die Grünen favorisieren hingegen die Einführung des Rotationsprinzips: Die Deutschen wählen die Abgeordneten für Frankreich, die Franzosen für Dänemark, die Dänen für Portugal usw. usf. Ein Sprecher der Linken hingegen schlug vor, "bei Bürgern, die bis 17.00 Uhr nicht gewählt haben, mit der Wahlurne zuhause vorbeizugehen, das hat in der, ähm, Vergangenheit auch recht gut funktioniert!"

Noch weiter entgegenkommen will abstimmungsmüden Wählern Innenminister Wolfgang Schäuble: Über die politischen Ansichten der meisten Bundesbürger, so der CDU-Politiker, lägen schon heute ausreichend Informationen vor - "Und zwar hier auf meinem kleinen Laptop, das geht da alles rein!" -, so dass das umständliche Ankreuzen und Zettelfalten im Grunde längst ad acta gelegt werden könne: "Ein kurzer Anruf bei mir am Wahltag um 18.00 Uhr reicht völlig aus, ich verkünde dann die Ergebnisse!"