Sommerzeit - Ferienzeit: "Sommerferien" retten Deutschland - DER SPIEGEL
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Sommerzeit - Ferienzeit "Sommerferien" retten Deutschland

Jetzt wird es ernst: Nachdem zuletzt unerklärlicherweise die Arbeitslosigkeit zurückgegangen war, wurde nun an allen Messstationen eine Inflationsrate von 0,0 Prozent registriert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesregierung hat deshalb die Durchführung von "Sommerferien" angeordnet: Möglichst viele Bürger sollen jetzt im Kreis ihrer Lieben sein, um notfalls für sie sorgen zu können. Denn so überraschend wie im Mai die Arbeitslosenquote war beim Tsunami 2004 der Meereswasserspiegel gesunken. Das lässt auf eine bevorstehende gewaltige Pleite- und Entlassungswelle schließen. Sie soll irgendwo bei Aachen oder Görlitz auf die deutsche Küste treffen.

Die Parteien sind mit wortmächtigen Einsatzkräften und der Staatskasse vor Ort, um die Welle bis zum Wahltag aufzuhalten. Arbeitnehmern wird empfohlen, hochgelegene Zufluchtsorte aufzusuchen. Die letzte Zugspitzbahn fährt um 18.15 Uhr ab Garmisch. Wer ganz sicher sein will, sucht sich einen Platz im gehobenen bis höheren öffentlichen Dienst.

Den letzten Anstoß zum Projekt "Sommerferien" gab das Versiegen der Inflation. Derlei gab es seit 22 Jahren nicht mehr. Stets erfrischte ein Preisauftrieb die Verbraucher. Nun herrscht Flaute. Gespenstisch. Das klassische "Auge des Hurrikans". Der Krisenstab warnt davor, sich im Freien oder auf freien Märkten aufzuhalten. Anlagen aller Art, auch festverzinsliche, könnten sich aus ihren Verankerungen reißen, ganz zu schweigen von Opfern durch geplatzte Bürgschaften. Am besten sei es, sich flach auf den Boden zu legen und die Beschlüsse der Koalition abzuwarten. Wer die Chance hat, hält sich am Gold fest. Die Damen dürfen ihre Ohrringe dabei abnehmen.