Nach Degradierung: Sarrazin nimmt's sportlich
Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Einwanderer ist Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin in seinen Kompetenzen beschnitten worden: In Zukunft wird er nicht mehr für den Bereich "Bargeld" zuständig sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
In einer schriftlichen Stellungnahme akzeptierte Sarrazin die Entscheidung, appellierte aber gleichzeitig an seinen Arbeitgeber, bei der Entscheidung über einen Nachfolger Umsicht walten zu lassen: Keinesfalls, so der prominente Sozialdemokrat, dürfe die Stelle an einen Ausländer gehen - diese könnten bekanntlich "überhaupt nicht mit Geld umgehen" und würden vermutlich die kompletten Reserven der Bundesbank "für Döner ausgeben". Bundesbank-Chef Axel Weber dankte Sarrazin für seine Worte und kündigte an, ihm schon bald einen neuen Kompetenzbereich anbieten zu wollen - vorzugsweise im Archiv, "auf jeden Fall aber irgendwo im Keller".