Betrug: April, April! - DER SPIEGEL
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Betrug April, April!

Morgen ist es wieder soweit: der vierteste Monat des Jahres steht vor der Tür. Traditionell läuten deutsche Tageszeitungen diese Zeitenwende ein, indem sie ihre gutgläubigen Leser "in den April schicken".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hierzu werden ausgedachte Meldungen lanciert, die gar nicht stimmen. Da heißt es: Augen auf halten, denn sonst ist der Leser schnell der Dumme.

Zukunft

Vorsicht ist geboten bei Meldungen über offenstehende Hosenställe, lose Schnürsenkel, fleckige Oberbekleidung und rosige Zukunftsaussichten.

Neue Bücher

Seltsam dünken sollte einen auch das übermäßige Loben irgendwelcher im Grunde ja doch eher so mittelmäßig-überflüssigen Buchneuerscheinungen. (Solche Aprilscherze werden unter dem Fachbegriff "Föhlitong" zusammengefasst.)

Keine Meinung

Alles, was unter dem Rubrum "Kommentar" erscheint ist im Grunde verdächtig und spiegelt im übrigen nicht die Meinung von irgendwem wieder. Gleiches gilt für die Sparte "Leserbriefe".

Kennzeichungspflicht

Führende Aprilapril-Medien wie FAZ und BILD arbeiten mit einer strengen Kennzeichungspflicht. Nicht ganz bzw. ganz und gar nicht ernstzunehmende Artikel erkennt man leicht, weil sie mit Kunstnamen wie "Kai Diekmann", "Norbert Korzdörfer", "Franz-Josef Wagner" oder "Frank Schirrmacher" unterschrieben sind.

April, April!

Wer ganz sicher gehen will, verfahre nach folgender Methode: Man halte die aufgeschlagene Zeitung in gutem Abstand vor die eigene Nase. Nun schließe man beide Augen fest und atme tief durch. Und nun ist alles gut, alles richtig, alles wahr. April, April!