Kontraproduktiv: Facebook will Mitglieder resozialisieren! - DER SPIEGEL
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Kontraproduktiv Facebook will Mitglieder resozialisieren!

Das soziale Netzwerk Facebook sieht sich "gezwungen", die Daten seiner Mitglieder auch an andere Webseiten weiterzugeben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dadurch können Mitglieder "auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen". Dies teilte Facebook jetzt mit. Wie am Sprachduktus leicht zu erkennen ist, handelt es sich dabei um eine Resozialisierungsmaßnahme.

Dann stimmt es wohl doch: Die "Bookies", die sich in ihrer Community meist hochsozial verhalten, marodieren offenbar gerne mit ausfälligen Tiraden und wüstem Schwachsinn, sobald sie sich außerhalb von Facebook anonym im Internet wähnen. Fachleute hatten dies schon länger befürchtet: Wenn jeder Facebook-Seufzer von "Freunden" mit "Daumen hoch" bejubelt oder, schlimmer noch, mit eisigem Schweigen kommentiert werde, dann entstehe ein übergroßer Sozialdruck.

"Ohne Ventil zerreißt es dich einfach!", warnt ein ehemaliger "Booky". Die jetzt anvisierte Resozialisierungsmaßnahme hält er allerdings für kontraproduktiv. "Wenn Bookies sich nirgendwo mehr im Netz unerkannt Luft machen können, ist doch klar, was passiert: Die reißen dann massenweise ihre Fenster auf und brüllen unflätige Statusmeldungen auf unsere schönen Straßen!"