Nach Wahl-Marathon Unser Bester
Doch noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war eine Entscheidung zwischen zwei Kandidaten so schwierig: auf der einen Seite der extrem anschmiegsame, amöbenhafte Wulff, auf der anderen der mit überbordender Menschenliebe zu einer fest umrissenen Zielgruppe (Gauck) agierende Gauck.
Um sein christliches Menschenbild näher zu beschreiben, wählte der Rostocker Pfarrer kürzlich in einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" zum Afghanistankrieg die Einschätzung "erträglich". Diese altersmilde und durch räumliche Entfernung geprägte Weltsicht des Gottesmannes (Fußpilz - "sinnlich", Hausstaub - "heimelig", Sepp Blatter - "unbestechlich") empörte die Zählkandidatin der Linken. Jochimsen erklärte Gauck für "unwählbar", denn das sei "zu viel Nutte in der Politik". Der Vergleich wurde jedoch von Gysi, Fraktionschef der Linken, zurückgewiesen, er sei "den Nuttinnen und Nutten nicht zuzumuten".