Terrorgefahr: Sorge oder lieber Panik? - DER SPIEGEL
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Terrorgefahr Sorge oder lieber Panik?

Viele Bürger sind verunsichert. Wie sollen sie auf die vielen Warnungen reagieren?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Und ab wann...?

"Zu Panik und Hysterie besteht in Deutschland kein Anlass", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Dieser Hinweis ist wichtig, denn sonst hätte mancheiner schon jetzt sein ganzes Pulver verschossen. So hat der Bürger Reserven und kann, wenn's noch schlimmer kommt, zur rechten Zeit angemessen hysterisch oder panisch bzw. hysterisch und panisch reagieren

Generalverdacht

Bundesinnenminister de Maizière hat klargestellt, dass kein Generalverdacht gegen Moslems besteht. Im Nachhinein wurde bekannt, dass gegen Renault-Fahrer und Züchter lebendgebärender Zahnkarpfen ebenfalls kein Generalverdacht vorliegt und auch nicht gegen Thomas de Maiziè..., obwohl, in diesem Fall sollte man vorsichtshalber keine vorschnelle Entwarnung geben.

Auffällige Gebäude

Die Polizeiführung Berlins hat erklärt, man habe -abgesehen vom Reichstag - keine konkreten Hinweise auf Gebäude, die von Terroristen angegriffen werden könnten. Innensenator Körting brachte daraufhin 60 zusätzliche Polizisten zum Einsatz. Wie genau die 60 Mann auf die unbekannten Gebäude aufgeschlüsselt werden, ist unbekannt.

Mut zum Kompromiss

Der "Focus" fragt: "Wirklich Grund zur Panik oder Anlass, kühlen Kopf zu bewahren?" Eine knifflige Entscheidung. Eine Tendenz deutet sich zwar an, denkbar wäre aber auch ein ausgewogener Mittelweg. Am besten weiterhin "Focus" lesen und versuchen, dort weitere Hinweise zu finden.

Kanzlerauftrag

Weihnachtsmärkte gelten als sensible Orte, verstärkte Polizeipatrouillen sind eine Antwort auf eventuelle Gefahren. Die Bevölkerung wird ermutigt, die Märkte dennoch aufzusuchen, denn Kanzlerin und Innenminister sind sich einig, dass wir "an unserer Lebenskultur" festhalten wollen. Die Botschaft der Besucher ist eindeutig: Wir lassen uns nicht einschüchtern, dieses Risiko nehmen wir auf uns.

Spekulationen

Diverse Spekulationen in den Medien, die nach den Spekulationen der Bundesregierung auftauchten, wollte die Bundesregierung nicht kommentieren. "Es gibt schon viel zu viele Spekulationen im Land", sagte Regierungssprecher Seibert.

So geht's doch auch

Einen anderen Weg bei der Terrorbekämpfung geht Brandenburg, wo es laut Innenminister Woidke "keine konkreten Anschlagsziele" und keine Hinweise auf islamistische Tätergruppen gibt. Der Minister hat zu "Besonnenheit" aufgerufen. Diese Haltung wird im Land mehrheitlich unterstützt, auch wenn die Opposition Woidke vorwirft, schon jetzt ohne Not die letzte Trumpfkarte auszuspielen.

Anspruchsvoll

Nicht nur Politik und Sicherheitsorgane sind gefragt, sondern auch und vor allem die Bürger. Sie sollen laut Innenministerium mit allergrößter Präzision auf die Bedrohung antworten, denn es gäbe "Anlass zu ernster Sorge, aber nicht zur Angst". Eine Gratwanderung, die von jedem von uns verlangt, seine Gefühle millimetergenau auszutarieren.

Aber dann...

...wenn alles wieder gut ist, dürfen sich Besucher die Kuppel des Reichstags auch wieder von innen anschauen.