Hauptstadt-S-Bahn: Externe Schocks - DER SPIEGEL
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Hauptstadt-S-Bahn Externe Schocks

Für den beständigen, aber erfolglosen Kampf der Berliner S-Bahn gegen Witterungseinflüsse sind nach gründlicher Analyse endlich Ursachen gefunden worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

S-Bahn-Chef Peter Buchner brachte das Problem auf den Punkt: "Wir haben uns wirklich gut auf den Winter vorbereitet gefühlt", sagte er, die S-Bahn sei jedoch so labil, "dass bei externen Schocks das System dann kollabiert". Die Analyse im Detail:

Der Fahrplan

Schock 1: Der derzeitige rigide Fahrplan setzt die S-Bahn zusätzlich unter Druck. Die Geschäftsführung erwägt, Abhilfe zu schaffen, indem die Pläne spontan an die jeweiligen Verweilorte der Züge angepasst werden.

Die Konkurrenz

Schock 2: Lange liebäugelte man damit, die Züge nicht unter freiem Himmel verkehren zu lassen. Aber, so konstatierte die Führungsmannschaft jetzt zerknirscht, "diese Nische hat schon die U-Bahn besetzt".

Zwangskorridore

Schock 3: Nach Angaben der S-Bahn gebe es kaum Spielraum, da die Züge "immer noch gleisgebunden fahren". Gemeinsam mit dem Mutterkonzern Deutsche Bahn habe man versucht, sich von diesen Trassen zu lösen, es habe "aber auch nicht funktioniert".

Umsatzeinbußen

Schock 4: Desillusioniert verlassen enttäuschte Menschen einen Bahnsteig, ohne die dort parkenden Wagen zu benutzen. Für die Verluste muss die Bahn aufkommen.

Das Verschleißparadoxon

Schock 5: Die wenigsten Probleme bereiten dem Unternehmen diejenigen Züge, die im Depot verbleiben. Obwohl die Betriebsleitung lange auf diese Karte gesetzt hatte, verbesserte sich die Situation der S-Bahn dadurch eher wenig.

Fahrgäste

Schock 6: Die größte externe Belastung sind immer noch die Fahrgäste. Momentan wird versucht, die Zahl der Reisenden schrittweise auszudünnen. Sollte es gelingen, diese Größe auf lange Sicht gegen Null zu drücken, dann wäre man nach Ansicht der Geschäftsführung "ein großes Stück weiter".

Optimistischer Ausblick

Natürlich will die S-Bahn die ehemaligen Kunden nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Vielmehr werde man "den Umstieg auf geeignetere Verkehrsmittel nach Kräften unterstützen".