Hintergründe: Niebels Reisen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hintergründe Niebels Reisen

Dirk Niebel (FDP), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wurde zwei Stunden auf dem Flughafen von Bagdad, wie es heißt, "festgehalten".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Irakische Quellen äußerten inzwischen eine Vermutung: "Möglicherweise hat das Flughafenpersonal den Minister nicht auf Anhieb erkannt"

Irakische Quellen äußerten inzwischen eine Vermutung: "Möglicherweise hat das Flughafenpersonal den Minister nicht auf Anhieb erkannt"

Foto: Ruppert Mayr/ dpa

Der ehemalige Fallschirmspringer war offenbar nicht in der Lage, sich dagegen erfolgreich zur Wehr zu setzen. Laut Pressemeldungen konnte der Minister erst nach erneuter Zahlung von "Gebühren" seine Reise fortsetzen. Diese Berichte werden von Niebels Ministerium zwar bestritten, die zu erwartende Aufklärung über den tatsächlichen Ablauf aber unterbleibt.

Dabei spricht der wahre Sachverhalt eher für das Durchsetzungsvermögen des Ministers: Nachdem Niebel wegen des unfreiwilligen Aufenthalts aufkeimenden Unmut verspürte, drohte er dem Irak mit "einem Nachspiel". Auf konkrete Nachfrage des Sicherheitspersonals verlangte Niebel, da das Mittel Bombardierung schon im Vorfeld seiner Reise leichtfertig aufgebraucht worden war, das Gästebuch, um eine kritische Bemerkung zu hinterlassen. Da dieses gerade nicht auffindbar war, drohte Niebel, bei "Irak auf Facebook" kein "Gefällt mir" anzuklicken. Keine Reaktion. Erst als er ankündigte, er "werde wiederkommen", gaben die Iraker nach. Später hieß es von irakischer Seite, man habe dies als Voraussetzung dafür gehalten, dass der deutsche Gast seine Ankündigung einlösen könne.