Nachgefragt: Hat Google Karl-Theodor gedeckt? - DER SPIEGEL
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Nachgefragt Hat Google Karl-Theodor gedeckt?

SPAM sprach mit Doktorvater Professor Dr. Dr. h.c. mult. Peter Häberle
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Professor Häberle (Jugendfoto / Abbildung ähnlich)

Professor Häberle (Jugendfoto / Abbildung ähnlich)

Foto: STR/ AFP

Aber warum?

SPAM: Professor Häberle, warum haben Sie die Doktorarbeit von Ex-Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg nicht schon bei Ihrer ersten Begutachtung im Jahr 2006 als Plagiat erkannt?

Häberle: Technisches Versagen. Wie ich in meiner öffentlichen Stellungnahme ganz richtig formulierte: "Google wies noch nicht die fein justierte Suchmethode wie heute auf."

Googles dunkle Vergangenheit I

SPAM: Können Sie das für unsere Leser an einem Beispiel erklären?

Häberle: Gerne. Gerade jüngere Studenten können sich das heute kaum noch vorstellen. Damals, im Jahr 2006, konnte Google gerade mal nach einzelnen Buchstaben suchen, also etwa nach "a" oder nach "b". Die googelte ich natürlich. Mühsam! Erschwerend kam hinzu, dass auch meine Tastatur noch nicht diese scharfe Buchstabentrennung hatte, wie wir sie heute kennen.

Googles dunkle Vergangenheit II

SPAM: Herrje!

Häberle: Sie sagen es. Zigmal habe ich zudem den Satz "Ist die Doktorarbeit von Karl-Theodor echt?" gegoogelt. Jetzt raten Sie mal, was mir geantwortet wurde?

Die Folgen

SPAM: Nur Quatsch?

Häberle: Genau!

Und heute?

SPAM: Ist die Technik, also Google, heute weiter?

Häberle: Aber ja! Heute gebe ich nur "Karl-Theodor" ein, und schon zeigt mir Google eine differenzierte Auswertung an, inklusive der prozentualen Plagiatshaltigkeit Karl-Theodors. Phänomenal! Also ich sag mal so: Da brauchen sich diese Plagiatsjäger gar nicht immer so dicke tun. Mit diesen technischen Möglichkeiten kann das jeder.