Atomkraft auf dem Prüfstand "Eventuell ein Stück weit weniger"
Na bitte! Bundeskanzlerin Merkel will die Überprüfung der Reaktorsicherheit zur Chefsache machen
Foto: INA FASSBENDER/ REUTERSDanach werde man "eventuell überlegen", ob man sein Verhältnis zur Atomenergie "ein Stück weit neu justieren muss". Bis die Untersuchungen abgeschlossen seien, gelte es, "nichts zu überstürzen" und "den Meiler im Dorf zu lassen".
Ähnlich entschlossen zeigt sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU): "Wir müssen das jetzt erst mal sacken lassen, dürfen uns von den Entwicklungen in Japan nicht von christlich-demokratischen Grundwerten abbringen lassen. Man kann doch bei so einer alten Anlage nicht einfach den Stecker ziehen, nur weil sie schmutzt und einem lästig wird!" Mit Tsunamis sei in Deutschland überdies nicht zu rechnen, "solange Kollege Gabriel verantwortlich handelt und sich im Freibad die Arschbomben verkneift".
Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Mappus hat sich unterdessen für ein sofortiges Aussetzen der Laufzeitverlängerung starkgemacht: "Kernkraftwerke, die nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprechen, müssen bis spätestens 27. März vorübergehend abgeschaltet sein. Da darf es keine Denkverbote geben, und nach der Landtagswahl sieht die Welt schon wieder ganz anders aus." Auch Ex-Außenminister Joschka Fischer hat sich gegen die Laufzeitverlängerung ausgesprochen: "Bei den vielen Quatschämtern, die ich innehabe, reichen mir die 30 Minuten, die ich täglich zwischen Dienstwagen und Kühlschrank hin und her renne. Vergessen Sie doch diesen Jogging-Unsinn endlich mal, ich tu's ja auch!"