Neuer bizarrer Tepco-Plan: Feriendorf Fukushima - DER SPIEGEL
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Neuer bizarrer Tepco-Plan Feriendorf Fukushima

Aufgeschreckt durch die Halbierung ihrer Gehälter planen führende Tepco-Manager offenbar, die Evakuierungszone zum Feriendorf umzuwidmen. So wollen sie sich und dem strauchelnden Konzern zu neuen Einnahmen verhelfen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Schon in der nächsten Saison dürfte - laut einem internen Tepco-Memo - die Radioaktiviät so weit "verpufft" sein, dass ein einmaliger zweiwöchiger Urlaub kein Gesundheitsrisiko darstelle. Schon heute kann schließlich jedermann - laut japanischer Regierung - ein Kilo der dort kontaminierten Erde verspeisen, ohne Schaden zu nehmen.

Welche Attraktionen werden noch geboten?

Baden

Foto: dapd

Baden ist sowohl in geschütztem Salzwasser (stahlbewehrte Bucht vor Fukushima) als auch in den großen weitläufigen mit Süßwasser befüllten Swimmingpools möglich. Nach Berechnungen von Tepco können Badende selbst ohne Schutzkleidung in dem Wasser risikofrei bis zu zwei Stunden am Stück komplett unter Wasser bleiben.

Fun

Foto: dpa

Wenn die großen Betonspritzer gerade nicht zur Kühlung der Brennstäbe verwendet werden, sollen sie Badegäste bespritzen.

Kinder

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Kleine Detektive dürfen Löcher an den Reaktoren suchen. (Noch sind dafür die Radioaktivitätswerte zweimillionenfach oder zweitausendfach zu hoch. Aber Tepco will wieder und wieder messen, bis der ersehnte Startschuss gegeben werden kann.)

Kulinarisches

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Möglicherweise entstehen in der Bucht von Fukushima ganz neue Fischarten. Die will Tepco sich patentieren lassen.

Heiße Quellen

Foto: dapd

Die Auslagerung einzelner Brennstäbe ins Meer zur Herstellung künstlicher heißer Quellen, wie sie von vielen Badegästen geschätzt werden, ist allerdings noch umstritten. Der Transport gilt als zu teuer.

Mineralwasser

Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

Eher für möglich hält man die Umrüstung der Atomanlage zu einer Mineralwasserfabrik. In Flaschen abgefüllt, könnte das edle Nass in radioaktiv unterversorgte Weltgegenden geliefert werden.

Medizin

Foto: POOL/ REUTERS

Derzeit wird auch überlegt, die Radioaktivität in Fukushima praktischerweise gleich zu Röntgenzwecken zu nutzen. Ausländische Experten sehen das skeptisch.

Aber

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP

Ob die Pläne umgesetzt werden, ist noch unklar. Möglicherweise handele es sich nämlich, so Tepco, bei den gekürzten Managergehältern um einen Messfehler. Um die tatsächliche Gehälterhöhe festzustellen, hat die japanische Regierung Tepco angewiesen, möglichst bald engmaschige Kontrollmessungen durchzuführen.