Von führenden Mafiosi empfohlen:: Flucht auf Krankenschein - DER SPIEGEL
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Von führenden Mafiosi empfohlen: Flucht auf Krankenschein

In Italien ist Mafiaboss Antonio Pelle aus dem Gefängnis entkommen, nachdem er durch das Vortäuschen einer Magersucht die Verlegung in ein unzureichend bewachtes Krankenhaus erreicht hatte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Kuriosum? Mitnichten - derartige Tricks sind bei den Protagonisten der organisierten Kriminalität schon seit langem ebenso beliebt wie erfolgreich:

Al Capone

Foto: A9999 DB/ dpa

1930 gelang es dem Gangsterboss Al Capone, einen harmlosen Rasierbrand gegenüber seinen Bewachern als schwere Gürtelrose darzustellen. Auf dem Weg zum Arzt kaufte er kurzerhand den Krankenwagen und machte sich aus dem Staub.

Alexander Schalck-Golodkowski

Foto: DDP

1989 zog der in Westberliner Untersuchungshaft sitzende Alexander Schalck-Golodkowski während einer Vernehmung seine Schuhe aus und zeigte dem Staatsanwalt den laut Aktenvermerk "ekligsten Fußpilz der Welt". Aus Angst vor einer Epidemie erfolgte die sofortige Freilassung. In Wirklichkeit allerdings hatte Schalck sich lediglich nach dem Baden die Seife nicht ordentlich abgespült. Mit dem gleichen Trick erreichte er später noch zwei Mal das Aussetzen einer Haftstrafe zur Bewährung.

Pablo Escobar

Foto: ASSOCIATED PRESS

1991 gab Pablo Escobar wochenlang vor, müde und abgeschlagen zu sein. Der Gefängnisarzt diagnostizierte Pfeiffersches Drüsenfieber und verordnete viel Ruhe, vor allem vor lästigen Bewachern. Wenige Tage später war Escobar dann verschwunden, genau wie der Arzt.

Michail Chodorkowski

Foto: Sergei Chirikov/ dpa

Im Jahr 2006 schließlich versuchte Michail Chodorkowski, mit dem Verweis auf eine angebliche Klaustrophobie seine sofortige Haftentlassung zu erreichen. Dies scheiterte allerdings: Zwar bestätigte der Anstaltsarzt die Diagnose, doch weitere Nachforschungen ergaben, dass über 90 Prozent aller Haftinsassen vergleichbare Symptome aufwiesen.