Das anspruchsvolle Kurzporträt : Heute: G. Jauch - DER SPIEGEL
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Das anspruchsvolle Kurzporträt Heute: G. Jauch

Wir treffen G. Jauch in Potsdam.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Stilsicher: Requisiten (Auswahl: G. Jauch) und Gäste lassen den seriösen Moderator noch seriöser erscheinen

Stilsicher: Requisiten (Auswahl: G. Jauch) und Gäste lassen den seriösen Moderator noch seriöser erscheinen

Foto: Ralf Juergens/ Getty Images

Das meiste hier hat er gestiftet - Fortunaportal, Semper-Oper, Regenwald - alles mit seinen Werbehonoraren. "Mein Brandenburger Tor", sagt er uns im Vertrauen, "würde ich gern umfallen lassen, und das dann mit Marcel Reif live kommentieren." Mehr Worte verliert G. Jauch nicht über sein soziales Engagement. Er ist bescheiden. Außerdem stehen mehr Worte nicht auf seiner Karteikarte. Über sein Privatleben ist nur bekannt, dass er in einem alten Gasometer lebt, obwohl er sich locker einen modernen Erdgastank leisten könnte. G. Jauch ist groß, riecht nach Wobenzym plus und ruft alle paar Minuten: "Wer beweglich ist, kann sein Leben aktiv genießen!" (Aber das haben wir rausgeschnitten.) Er verkörpert also einen beweglichen Konservatismus. Dennoch würde er niemals ein unartiges Kind mit einer Flasche Krombacher bewerfen, nicht mal auf den Po. G. Jauch gilt als klügster Deutscher und "Benedikt XVI. der Herzen". Aber mit seinen Haaren müsste er wirklich mal was machen. Manche glauben, G. Jauch tue nur so, als stelle er sich dumm und sei in Wirklichkeit nur wenig schlauer als A. Will. Unsinn. Dieselben Leute behaupten auch, G. Jauch könne nicht betroffener gucken als R. Beckmann. Zum Abschied sagt er: "Auf Wiedersehen." Guter Mann.