Das anspruchsvolle Kurzporträt (3) Heute: J. Gauck
Gauck, Goldene Henne (v.l.n.r.)
Foto: Michael Kappeler/ dpaGab es irgendwo Zweifel, ob etwas noch gut oder schon verdorben sei, dann wurde der junge J. befragt, insbesondere bezüglich überlagerter Pausenbrote. Seine Gabe machte den passionierten Pastor so populär, dass sich bald auch Menschen darum drängten, von ihm "gegauckt" zu werden. Es gibt niemanden sonst, der sich so auf Aufarbeitung versteht; noch heute werden J. Gauck alte Möbel und Reifen zugeschickt.
Leider hat der Ruheständler dafür nur eine Hand frei. Mit der anderen hält er der Gesellschaft den Spiegel vor - selbstverständlich nur mit der Rückseite: Schließlich muss J. Gauck auch seine eigene Optik kontrollieren, das heißt, ob er wirklich so klar und wahr aussieht, wie er klingt.
Neben den eigenen Gesichtszügen prüft J. Gauck auch ständig seine Kontoauszüge. Dabei hat er festgestellt, dass das Finanzwesen derzeit hervorragend funktioniert. Dass sich einige Mitbürger über die Banken aufregen, hält er deshalb mit Recht für "unsäglich albern". J. Gauck hat einen festen Klassenstandpunkt und tritt aktiv für die Verteidigung der kapitalistischen Errungenschaften ein. Für seine Lebensleistung wurde ihm die "Goldene Henne" verliehen.