SPAM klärt auf:: War das Mittelalter wirklich so brutal? - DER SPIEGEL
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SPAM klärt auf: War das Mittelalter wirklich so brutal?

"Blut, Nackte, Fäkalien: Dem 'Borgia'-Zuschauer wird einiges zugemutet!" So urteilt das Fachblatt "Bild" angesichts des neuen ZDF-Sechsteilers und stellt mit Recht die Frage: "War das Mittelalter wirklich so brutal?"
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPAM, das Zentralorgan der gemäßigten Aufklärung, möchte hier gern einiges ins rechte Licht rücken.

Blut

Foto: Andreas Probst/ dpa

Im Mittelalter war Blut in weiten Teilen Europas komplett unbekannt. Man verwendete stattdessen meist Bier.

Kot

Foto: Andreas Rentz/ Getty Images

Auch Fäkalien wurden erst zu Beginn der Neuzeit aus dem neu entdeckten Amerika gegen teures Gold importiert. Der Stoff erfreute sich enormer Beliebtheit als Düngemittel und wird auch heute noch, in seiner modernen Gestalt als "Hollywoodfilme", gerne genommen.

Haut

Foto: TIMOTHY A. CLARY/ AFP

Brüste galten im Mittelalter als heilig und durften nur in speziellen Dunkelkammern, den sog. "Beichtstühlen" vorgezeigt werden.

Unrat

Foto: JITENDRA PRAKASH/ REUTERS

Schmutz und Dreck sind eine Erfindung der Neuzeit. Was heute z.B. aus Auspuffen und Fabrikschloten qualmt, wäre im Mittelalter gar nicht genehmigungsfähig gewesen.

Schrott

Foto: DAVOR KOVACEVIC/ REUTERS

Vieles, was uns heute "normal" erscheint, wäre im Mittelalter noch verbrannt, zerhackt oder gepökelt worden: Die "Bild-Zeitung" etwa, oder das "öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm". Man hätte diese für "des Teufels" oder "von Dämonen besessen" gehalten. Alles eine Frage der kulturellen Perspektive!