SPAM Kulturauftrag Wer ist dieser "AKW-Anselm" Kiefer?
Die Umgestaltungspläne für das AKW orientieren sich sowohl an früheren Kiefer-Werken als auch an aktueller Aktionskunst des japanischen Künstlerkollektivs "Tepco".
Foto: Sara Lemel/ dpaDas stillgelegte AKW Mülheim-Kärlich sei "mein Pantheon", AKWs stünden für "die fantastischste Form der Energieerzeugung" und hätten "etwas Mythologisches" an sich. Dies erklärte jetzt der renommierte Maler und Resteverwerter, zu dessen eindrucksvollsten Hits "Bücher aus Blei, Teil 3" (Blei), "Schwarz, grau, braun und total groß" (Öl, Eigenurin) oder auch "Superböses Deutschland du Arsch!" (Öl, Bohnenstroh) gehören. Feuilleton-Analysten bewerten seine Einschätzung als "radikal, wiewohl schwachsinnig", bzw. "nicht schwachsinnig genug, um radikal zu sein", bzw. "erfrischend schwachsinnig". Die FAZ bemängelt: Was absurde Äußerungen angehe, sei Kiefer längst von Größen wie Markus Lüpertz, Jonathan Meese oder Marc Bator abgehängt worden. Die Süddeutsche Zeitung titelt "Ist irre das neue schlau?" und erklärt "Bücher aus Blei, Teil 4" zum am meisten erwarteten Kunstwerk seit Arno Brekers "Göring auf Streitross". Bundesminister Norbert Röttgen hat inzwischen informell anfragen lassen, ob der "hoch verehrte Herr Kiefer" möglicherweise auch Interesse am kostengünstigen Erwerb der Mythologie-Lager Asse und Gorleben habe.