Das anspruchsvolle Kurzporträt (7) Heute: Th. Gottschalk
"Wetten, dass..?" -Sternstunden deutscher Fernsehunterhaltung
Foto: Arnd Wiegmann / Reuters...auf dem Stroh liegend, gemächlich kopulierend, stumpf und grau die Stunden bis zur nächsten Fron zu zählen. Nicht einmal richtig langweilen konnte man sich damals. Dazu hätte ja jemand ahnen müssen, dass es statt stumpf und grau auch hohl und bunt geht.
Das erfuhren die Menschen erst, als ihnen ein Mann mit goldenen Haaren und in wunderlichen Kleidern erschien. Th. Gottschalk schenkte ihnen die Unterhaltung (inkl. Lionel Richie!). Und siehe da: Die Zeit verging plötzlich wie im Fluge. Kaum hatten die Menschen sich versehen, war das Leben schon geschafft, und die liebe Seele hatte endlich Ruh'.
Nach einigen Jahren jedoch machten sich Gleichmut und Undank im Lande breit. Th. Gottschalk ging fort, seinem Volk nichts hinterlassend als ein Wesen namens Lippert. Sofort erhob sich ein Weh und Ach. Th. Gottschalk kehrte zurück, und alles war gut.
Doch nach vielen Jahren fand er jetzt, sein Werk sei getan und sein Volk bereit, mit Geschöpfen wie Matze Knop, Guido Cantz und Dr. Eckart von Hirschhausen alleingelassen zu werden. Und wieder erhob sich ein Barmen und Betteln. Selbst jene sangen laut sein Lob, die von Th. Gottschalk schon abgefallen waren und ihn verleugnet hatten. Vergebens.
Immerhin erhält die Bevölkerung Gelegenheit, sich zu verabschieden: Das Erste Deutsche Fernsehen wird im kommenden Jahr feierlich eine Sendung nach Th. Gottschalk benennen und montags bis donnerstags ab 19.30 Uhr seine sterbliche Hülle zur Schau stellen.