Bobby-Car-Affäre: Wulff packt aus - DER SPIEGEL
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Bobby-Car-Affäre Wulff packt aus

Im Mai 2011 bekam der Bundespräsident von einem Berliner Autohändler ein Bobby-Car geschenkt. Nun gibt Wulff zu:
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Ja, es stimmt. In einem ersten Anflug von Euphorie wollten wir damit in den Urlaub fahren." Dies wird Wulff zerknirscht in einer ARD-Sondersendung erklären. Aber...

...erstens:

Familie Wulff testet das neue Bobby-Car.

Familie Wulff testet das neue Bobby-Car.

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Das Bobby-Car war und ist zu klein. "Wir haben alles probiert: ich vorne, Bettina hintendrauf, die Kinder auf den Schultern. Es ging einfach nicht. Wir mussten schließlich upgraden - auf ein Schlauchboot, welches uns ein uralter, befreundeter Reeder geschickt hatte." Mit dem sind die Wulffens zum Gardasee gepaddelt. Unterwegs haben sie zwei Schwimmer aus Seenot gerettet. Es soll insgesamt sehr schön gewesen sein.

...zweitens:

Regelmäßig begrüßt das Bundespräsidentenpaar seine 5000 engsten Freunde.

Regelmäßig begrüßt das Bundespräsidentenpaar seine 5000 engsten Freunde.

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Der Berliner Autohändler war und ist ein uralter "Freund" von Wulff. Schon in ihren gemeinsamen Kindheitstagen fuhr dieser Freund mit dicken Kettcars rum, während der kleine Christian nur einen zerbissenen Holzroller besaß. Da das Bobby-Car den Bundespräsidenten schmerzlich an diese frühe Schmach erinnert, fiel sein Dankesschreiben entsprechend kühl aus: "...habe Sie auf die Gästeliste für das Sommerfest im nächsten Jahr genommen und hoffe, dass Sie die Teilnahme sicherstellen können." Kommt der "Freund" der bundespräsidentlichen Vorladung nicht nach, steht die Freundschaft unwiderruflich vor dem Aus.

...drittens:

Viele Politiker nutzen das Bobby-Car für kurze Strecken im Regierungsviertel.

Viele Politiker nutzen das Bobby-Car für kurze Strecken im Regierungsviertel.

Foto: dapd

Das Bobby-Car steht jetzt in einer Ecke in Bellevue. Nur wenn Wulff mal ganz, ganz schnell von einer Schlossecke in die andere muss, greift er in Ausnahmefällen auf das Bobby-Car zurück. "Damit kann man schon ganz gut die Flure entlangsausen, was ja dann letztendlich auch dem Amt zugute kommt, wenn man dadurch schneller ist", so Wulff. Obwohl dies natürlich nur sehr, sehr selten passiert, sieht Frau Wulff das gar nicht gern: "Wir bräuchten dringend Schuh- und Knieschoner." Also, liebe Leser, falls Sie zufällig Schuh- oder Knieschonerfabrikant sind, bitte helfen Sie. Das ist schon o.k.