SPAM Ratgeber : Daten löschen - aber richtig! - DER SPIEGEL
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SPAM Ratgeber Daten löschen - aber richtig!

Immer wieder werden wir von SPAM gefragt: Wie löscht man eigentlich Daten richtig sicher? Nun, nichts leichter als das...
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Emotionaler Aufwand

Regierung hat reagiert: Staatliche Löschhelfer bei ihrem ersten Hausbesuch.

Regierung hat reagiert: Staatliche Löschhelfer bei ihrem ersten Hausbesuch.

Foto: dapd

Es hat sich längst herumgesprochen: Einfaches Löschen der Daten ("Löschen") genügt einfach nicht. Erfahrene Löscher raten dazu, beim Löschvorgang zunächst zwei- bis dreimal auf "Abbrechen" zu klicken und erst beim dritten Mal auf "OK". Dem Betriebssystem wird damit signalisiert, dass es sich hier um wirklich sensible Daten handelt, die im Nutzer einigen emotionalen Wirbel verursachen.

Gefährliche Nebenwirkungen

Ärgerlich: Durch unsachgemäße Löschung beschädigte Urlaubsdatei

Ärgerlich: Durch unsachgemäße Löschung beschädigte Urlaubsdatei

Foto: Johannes Simon/ Getty Images

Nur Lösch-Anfänger benutzen Leitungswasser auf Zimmertemperatur, um Daten auf ihrer Festplatte manuell zu löschen. Merke: Eher trockene Dateien wie etwa die zweite Buchführung oder Liebesbriefe an die Erbtante können bis zu 800 Kilobyte Wasser pro Datei aufnehmen, ohne dabei strukturell zerstört zu werden. Löschprofis verwenden daher eher Schwefelsäure, die aber behutsam in das Computergehäuse eingeträufelt werden muss, da es sonst zu Schäden an der Soundkarte oder den Pornofilmen kommen kann.

Geschicklichkeit gefragt

Unbedingt vorher im Tierversuch testen: Datenlöschen mit der Nadel

Unbedingt vorher im Tierversuch testen: Datenlöschen mit der Nadel

Foto: dapd

Da viele Ökoverbände von übermäßigem Schwefelsäuregebrauch abgeraten haben, gehen immer mehr User dazu über, die zu löschenden Dateien zielgerichtet durch die Verwendung von Bastelscheren oder Nähnadeln auszumerzen ("Personal Delete"). Dafür empfiehlt es sich, den Dateien beim Speichern besonders auffällige Namen in Großbuchstaben zu geben wie etwa "GESCHENKE VON VW 1999 bis 2008" oder "MEIN GEHEIMES VORLEBEN". So lassen sie sich beim Löschvorgang im geöffneten Rechner leichter wiederfinden.

Nützliche kleine Helfer

In guten Läden bereits vorrätig: datensichere Festplatten

In guten Läden bereits vorrätig: datensichere Festplatten

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Längst wird auch auf Biotech-Ansätze zurückgegriffen, die das Löschen weitgehend automatisieren. So bietet ein Tisch-PC etwa Feldmäusen ein komfortables Zuhause, welche die irreversible Entfernung von Festplattendateien ganz von selbst in regelmäßigen Abständen sicherstellen. Bei Notebooks reicht oft schon eine fachgemäße Lagerung im Gefrierfach, um der lästigen Datenflut Herr zu werden.

Weiterleben mit gelöschten Daten

Ein schon alltäglicher Anblick: Mann kramt seine Wohnungsschlüssel raus

Ein schon alltäglicher Anblick: Mann kramt seine Wohnungsschlüssel raus

Foto: Tobias Hase/ dpa

Aber immer Obacht: Da die Technik der Datenwiederherstellung rasende Fortschritte macht, bietet das Löschen von Daten, wie sorgfältig auch immer vorgenommen, keine völlige Sicherheit. Jeder Löschvorgang sollte daher durch flankierende Maßnahmen unterstützt werden: a) Löschen sämtlicher Passwörter, Konten und Fanclub-Mitgliedschaften, b) Abbruch sämtlicher Verbindungen zu sog. Vertrauenspersonen ("Freunde", "Verwandte", "Jürgen Fliege"), c) Annahme einer Scheinidentität sowie Umzug in eine andere Stadt: Zur Sicherheit sollten auch hier, wie überhaupt immer, die Haustürschlüssel bei jedem Verlassen der Wohnung in einem (nicht zu nahe gelegenen) Gulli diskret gelöscht werden.