Nach Messi-Trikot-Streit So findet Bayer 04 seine Würde wieder
Und zwar um die original und in echt und ganz frisch durchgeschwitzten Trikots von Lionel Messi - offenbar im Glauben, dass sich ein Champions-League-Erfolg an der Menge erbeuteter Superstarbekleidung bemisst; Auswärtstrikots zählen doppelt.
Höchststrafe
Sportchef Völler, Druckmittel
Foto: dapdBayer-Sportchef Rudi Völler zieht nun Konsequenzen: Die erbettelten Messi-Leibchen sollen den Sportfreunden Friedrich und Kadlec weggenommen und für einen guten Zweck versteigert werden. Womöglich werden beide Spieler für ihr Verhalten noch zusätzlich bestraft, etwa mit Trikots von Michael Ballack, die der sowieso nicht mehr braucht.
Schöner ehren
Ehrenspalier, Schütze, Ball (Abb. ähnl.)
Foto: Wolfgang Kumm/ dpaZudem erwägt Völler einen Verhaltenskodex, der seinem Personal dabei helfen soll, die Verehrung für den sportlichen Gegner würdiger auszudrücken:
Wenn schon beim Freistoß statt der Mauer ein Spalier gestellt wird, dann so, dass es den Ball sicher in den rechten oberen Torwinkel geleitet.
Fankult mit Augenmaß
Löblicher Versuch: Ein Bayer-Spieler will freie Sicht auf einen Gegner ermöglichen, es ist aber keiner in der Nähe
Foto: JOSEP LAGO/ AFPVon Bayer-Spielern mitgeführte Fanfahnen und Plakate wie "Die Bayer-Abwehr grüßt Andres Iniesta" dürfen nur so groß sein, dass sie die attraktiven Aktionen des jeweiligen Gegners nicht verdecken.
Nicht stören, bitte!
Schlechtes Timing: Der Autogrammwunsch muss - für den Moment - abschlägig beschieden werden
Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images
Bayer-Profis ist es künftig strengstens untersagt, eine vielversprechende Aktion des innig bewunderten Kontrahenten zu stören, indem sie ihn dabei um ein Autogramm bitten.
Jubeln
Nur durch äußerst kraftvolle Umarmungen gelingt es, den Bayer-Spielern kurzzeitig den Zugang zum Jubelkreis zu verwehren
Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFPWenn der Kickerlegende aus dem anderen Team ein Treffer gelingt, sollten sich Bayer-Sportfreunde nicht sofort in die jubelnde Spielertraube mischen, sondern abwarten, bis dessen eigene Mannschaft dem Torschützen gratuliert hat. Erst dann dürfen sie mit ihm feiern.
Prioritäten
Bitter: Immer wieder gelingt es dem Gegner, sich dem unfreiwilligen Trikottausch zu entziehen
Foto: Joern Pollex/ Bongarts/Getty ImagesGleichzeitig appelliert Völler an die Schiedsrichter, nach "Textildelikten" auf die bisher obligatorische gelbe Karte zu verzichten. Wenn ein Bayer-Spieler einen Gegner an dessen Sportbekleidung zupfe, dann wolle er diesen mit Sicherheit nicht behindern, sondern ausziehen.