Würdevoll und doch sparsam Die Altbundespräsidenten-WG
An der Stelle des ehemaligen Palastes des Republik soll ein Auffanglager für ehemalige Bundespräsidenten errichtet werden, natürlich standesgemäß in Form eines Schlosses.
Kostenvorteile
Diese beiden WG-Bewohner teilen sich ein Taxi, wenn sie gemeinsam in den Comedy-Club fahren, wo sie seit Jahrzehnten auch in derselben Loge sitzen.
Foto: Tim Brakemeier/ dpaDie Grundidee ist ebenso simpel wie genial: Wenn alle Altbundespräsidenten und ihre Familien in einer Wohngemeinschaft zusammenleben, können sie nicht nur das ihnen zustehende Büro (beziehungsweise Badezimmer) gemeinsam nutzen, nein, auch ihre Haushaltskosten können durch Einkäufe im Großhandel deutlich gesenkt werden. Zudem sind Mahlzeiten mit anderen Altbundespräsidenten einfach netter.
Soziale Vorteile
"Kann ich einen Keks extra zum Kaffee?" Manche Sonderwünsche müssen leider erst von der Bundesversammlung abgesegnet werden.
Foto: dapdAltbundespräsidenten haben oft Probleme, die nur andere Altbundespräsidenten verstehen können. (Gerade jüngere Altbundespräsidenten verstehen oft nicht, warum sie jetzt immer als alt bezeichnet werden.) Wenn alle Altbundespräsidenten eh schon zusammenwohnen, sparen sie sich die bislang oft aufwendige Anreise zur gesetzlich vorgeschriebenen Gruppentherapie für Altbundespräsidenten.
Touristische Vorteile
Die wachsende Schar der Alt-Interimspräsidenten soll in einem hübsch renovierten Gartenpavillon ein neues Zuhause finden.
Foto: Wolfgang Kumm/ dpaDas Wohnen im Schloss der Altbundespräsidenten soll aber auch einige kleinere Pflichten beinhalten. So sollen sich alle Altbundespräsidenten morgens um 7.45 Uhr im Schlossgarten nebeneinander vor ihre fünf Fahnenmasten stellen. Pünktlich um 8 Uhr hisst dann jeder seine Flagge. Reiseveranstalter sehen das Event schon jetzt als absolutes Highlight - besonders wenn es noch mehr Altbundespräsidenten werden sollten.
Modische Vorteile
Um weiteren Schaden vom Land abzuwenden, gibt es bereits Pläne, das Amt des Bundespräsidenten durch die "Bundespräsidentengattin" zu ersetzen, deren Mann dann direkt in die Altbundespräsidenten-WG ziehen darf.
Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERSJeden Tag so gegen 16 Uhr winken sämtliche Altbundespräsidentengattinnen gleichzeitig von ihren Balkonen herab und präsentieren sich anschließend einem Fernseh- und Fotografenpulk in der neuesten Mode. Da die Gattinnen im Laufe der Zeit wohl mehr und mehr versuchen werden, sich gegenseitig auszustechen, könnte dies der Modestadt Berlin einen wahnwitzigen Schub geben. Es könnten modische Kreationen von geradezu feudaler Pracht entstehen.
Einziges Problem
Problemfall: Der designierte Gauck-Nachfolger kündigt jetzt schon an, sein Zimmer in der Altbundespräsidenten-WG nur zu beziehen, wenn er "trotzdem weiter arbeiten darf".
Foto: Carmen Jaspersen/ dpaManche widerspenstige Altbundespräsidenten könnten sich zu entziehen versuchen. So hörte man ja schon, dass Altbundespräsident Köhler seinen Ehrensold gar nicht in Anspruch nimmt. So geht' s natürlich nicht! Künftig müssen derartige Interessen eines einzelnen Altbundespräsidenten zugunsten des Wohls der gesamten Altbundespräsidentenschaft zurückstehen.