Modern und sexy Mediamarkt-Frauenzone ein voller Erfolg!
Beim Kauf eines mp3-Players gibt es in der "Woman's World" eine Schneckenmassage zum Ermäßigungspreis.
Foto: ILYA NAYMUSHIN/ REUTERS"Viele Frauen wollen in Zukunft nur noch in der Woman's World einkaufen", erklärte Mediamarkt jetzt der österreichischen Zeitung "Der Standard". Trotzdem gibt es natürlich noch ein paar kleinere Baustellen, bevor die Woman's World nach Deutschland kommen kann. (Klicken Sie bitte hier unten drunter auf "weiter", liebe Frauen!) (Mit der Computer-"Maus"!)
Mangelnde Orientierung
Typische Kundin: Hat sich einen technischen Fachbegriff ("Slot") notiert und weiß nicht mehr wo.
Foto: NICHOLAS KAMM/ AFPWie sich im ersten Monat schnell gezeigt hat, herrscht in der Woman's World oft gähnende Leere. Das liegt daran, dass die meisten Frauen die Woman's World schlichtweg nicht finden. Hilflos irren sie durch den für sie undurchschaubaren Dschungel an Elektronikgeräten. "Es ist schon schlimm: Jeden Abend finden wir beim Auskehren in irgendwelchen Ecken erschöpfte Frauen rumliegen. Angelockt durch die Woman's-World-Werbung kamen sie in den Mediamarkt und dann..."
Hilfe
Der Kundinnen-Führer ist in Signalrosa gekleidet (Abb. Mediamarkt-PR).
Foto: LUK BENIES/ AFPDamit soll jetzt Schluss sein: Von heute an werden an allen österreichischen Mediamarkt-Eingängen sogenannte Frauen-Sammelstellen eingerichtet. Alle halbe Stunde kommt ein Mitarbeiter und führt die Gruppe sicher durch die für Frauen meist doch recht bedrohlichen High-Tech-Produkt-Regale.
Achtung
Gemäß Mediamarkt-Broschüre soll der Kundinnen-Fangzaun "ansprechend und harmonisch" gestaltet sein.
Foto: dapdSollte es dann allerdings immer noch Frauen geben, die dieses Angebot partout nicht annehmen wollen oder sich unautorisiert von ihrer Gruppe absondern, plant der Konzern die Installation von Elektrozäunen. "Wir wollen eigentlich nicht so weit gehen", so ein hochrangiger Mitarbeiter im Gespräch unter vier Augen, "aber dass in der heutigen Zeit immer noch desorientierte Frauen kaufwilligen Männern Weg und Sicht verstopfen, geht halt auch nicht."
Nicht nur eine Designfrage
Um auch weibliche SPAM-Leser bei der Stange zu halten, haben wir uns an dieser Stelle für ein sehr emotionales Bild entschieden.
Foto: A2931 Bernd Weißbrod/ dpaIm Übrigen handele es sich bei allen Produkten aus der Woman's World um wirkliche Frauenprodukte und nicht, wie vielfach gespottet wurde, um ganz normale Produkte, die halt nur pink angemalt worden seien. Nein. Ein Tablet (= flacher, gut abwaschbarer Computer) aus der Frauenzone etwa habe einen speziell für Frauen bereits voreingestellten Internetfilter: Porno- und Fußballseiten werden ausgefiltert, Kinder- und Haushaltsseiten werden bevorzugt angezeigt.
Männer!
Speziell designte Hinweisschilder erleichtern jenen Kundinnen die Orientierung, welche versehentlich falsch herum - auf dem Kopf stehend - eingeparkt haben.
Foto: dapdNoch nicht ganz so gut angenommen wird die Woman's World von Männern, "die ihren Frauen etwas Gutes tun wollen", wie es ja in der Werbung heißt. Mediamarkt vermutet, dass hier einfach viele Männer noch in alten Klischees festhängen, wonach sich Frauen etwa über eine Musik-CD aus der Männerabteilung mehr freuen als über einen hübschen neuen Staubsauger. Das ist natürlich absurd. Aber so ist es. "Da müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten", so Mediamarkt.
Männer II
Laserprojektoren der neuesten Generation verkaufen sich schlagartig besser, wenn sie in einen Lippenstift integriert sind.
Foto: Miguel Villagran/ picture-alliance/ dpaErnstzunehmender seien aber einige Klagen von Männern, deren Frauen tatsächlich nur noch in der Woman's World einkaufen. Eckhardt Semmel aus Puping etwa schrieb dem Mediamarkt: "Neulich habe ich meine Frau zum Batterienkaufen geschickt. Da kam die doch zurück, und hat behauptet: So was gebe es in ihrer Abteilung nicht, Batterien müsse ich in Zukunft selber einkaufen." Auch Papier, Druckerpatronen, Glühbirnen - sprich all das lästige Zeugs, das man dauernd braucht, sollen diese Männer in Zukunft selbst besorgen. Mediamarkt hat bereits zugegeben, dass das tatsächlich eine Schwachstelle im Konzept ist. An einer Lösung werde aber fieberhaft - von top ausgebildeten Männern - gearbeitet.