Stolzes Jubiläum: Wowereit ehrt Topf Suppe - DER SPIEGEL
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Stolzes Jubiläum Wowereit ehrt Topf Suppe

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat jetzt einem Topf Suppe zum 45. Jahrestag seines Bestehens gratuliert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Man erzählt sich, dass ein britischer Austauschschüler im Jahr 1978 Nachschlag bestellt haben soll.

Man erzählt sich, dass ein britischer Austauschschüler im Jahr 1978 Nachschlag bestellt haben soll.

Foto: ALEXANDROS VLACHOS/ picture alliance / dpa

"Diese Schul-Karottensuppe, wie ich sie hier vor mir sehe", sagte Wowereit beim Festakt zum Ehrentag der Jubilarin, "hat alles überstanden, Zeitläufte sind über sie hinweg gegangen, die Mauer fiel, Menschen zogen zu, Besatzungsmächte kamen und gingen - und immer hat der Nachwuchs sich voller Begeisterung an unserer langjährigen Karottensuppen-Tradition beteiligt." Rituell nämlich werde die in Frage stehende grau-orangefarbene, sämig-schleimige, vollkommen geschmacksfreie Karottensuppe - oft auch in ihrer Tarnform als "Karottensauce" - Woche für Woche von Schülern beäugt, welche dann unter allen Anzeichen von Ekel lieber "Nudeln ohne", "Die Schrippe, bitte" oder "Meine Mama sagt, ich darf nur verkochte Kartoffeln pur essen" bestellen. So hat es dieser Topf Karottensuppe geschafft, jede Schulspeisung der letzten Jahrzehnte unangetastet zu überstehen, nur um dann in der folgenden Woche wieder die Runde machen zu können. "Ich bin sehr stolz auf dieses Beispiel an Kontinuität und Beharrungsvermögen", so Klaus Wowereit, der für sich beansprucht, als Kind diese Suppe/Soße auch bereits gekannt und verschmäht zu haben. "Mein Banknachbar hat damals das heute noch gebräuchliche Wort 'Kotzesotze' geprägt", so der Regierende milde lächelnd.