BILDzeitung Gratisaktion Springer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aufgeklärte Deutsche in Angst Springer droht mit "Bild"-Bombardement

Immer mehr aufgeklärte, Fleisch nur in Maßen essende, biologisch fairen Rotwein trinkende, öfter auch mal früh zu Bett gehende (weil man ja am nächsten Tag im Café wieder arbeiten muss) Deutsche leben in Angst.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Denn für den 23. Juni haben Iran, Nordkorea und "Springer" - vielleicht aber auch nur letzterer - ein Flächenbombardement angedroht! In jedem deutschen Briefkasten soll eine gratis "Bild"-"Zeitung" landen. SPAM berichtet live aus den Frontgebieten!

Tatort Hausflur

Neue Studie: 87 Prozent aller "Bild"-Austräger verlieren durch Wedeln mit Goldpuscheln die Orientierung und finden die Briefkästen erst gar nicht.

Neue Studie: 87 Prozent aller "Bild"-Austräger verlieren durch Wedeln mit Goldpuscheln die Orientierung und finden die Briefkästen erst gar nicht.

Foto: dapd

Die meisten "Bild"-Opfer in spe setzen mit ihren Verteidigungsmaßnahmen am Briefkasten an. "Ich versuche schon seit drei Tagen, einen "Keine Bild"-Aufkleber zu entwerfen, bringe es aber einfach nicht über mich, diese grässlichen vier Buchstaben wirklich hinzuschreiben", so Gerald S.-W. aus Berlin. "Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als den Briefschlitz durch 'FAZ'-, 'Süddeutsche'-, 'Tagesspiegel'- und 'Handelsblatt'-Abos hermetisch sicher zu machen."

Bewaffnung

Tipp: Tragen Sie am 23. Juni geeignete Kampfkleidung und bewaffnen Sie sich mit einem Kind, das auf Knopfdruck schreien, kratzen und beißen kann.

Tipp: Tragen Sie am 23. Juni geeignete Kampfkleidung und bewaffnen Sie sich mit einem Kind, das auf Knopfdruck schreien, kratzen und beißen kann.

Foto: Arne Dedert/ dpa

Der "Bundesverband der Wurf-Bild-Opfer e.V." rät allerdings zu einer offensiveren Verteidigung. "Werfen Sie am 23. Juni einfach jeden Passanten nieder, der sich Ihrem Haus nähert. Jeder von denen könnte ein "Bild"-Verteiler sein!"

Verteidigung

Neuester Trend: Ausgebildete "Springerstopper" postieren sich als "Springersperren" an neuralgischen Fußgängerpunkten.

Neuester Trend: Ausgebildete "Springerstopper" postieren sich als "Springersperren" an neuralgischen Fußgängerpunkten.

Foto: ? Nguyen Huy Kham / Reuters/ REUTERS

In vielen Großstädten sprießen Selbstverteidigungskurse für "Springerstopper" aus dem Boden wie Pilze aus der Kaffeetasse von Franz-Josef Wagner. "Das Austrägerpack blutig zu prügeln, sollte ja an sich kein Problem sein", so Ausbilder Sven-Eric B. aus Hamburg, "aber was machen wir, wenn die uns mit einer "Bild"-"Zeitung" bedrohen?"

Der Feind

Vorsichtig angucken? Ja, aber natürlich nur mit geeignetem Sichtschutz und erst, nachdem man sie verbrannt hat.

Vorsichtig angucken? Ja, aber natürlich nur mit geeignetem Sichtschutz und erst, nachdem man sie verbrannt hat.

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Mitunter droht die Selbstverteidigung tragisch an einfachsten Wissenslücken zu scheitern. "Ich weiß gar nicht, wie so eine "Bild"-"Zeitung" eigentlich aussieht", gesteht Jasminka V. aus Göttingen-Geismar. "Wäre es sehr menschenverachtend, wenn ich mir zum Kennenlernen mal eine kaufen würde?"

Niemand ist sicher

Horrorszenario: Fassungslos beobachtet der Mann auf dem Bild aus seinem "Bild"-Bunker heraus, wie sein Nachbar eine "Bild"-"Zeitung" mit bloßen Händen anfasst.

Horrorszenario: Fassungslos beobachtet der Mann auf dem Bild aus seinem "Bild"-Bunker heraus, wie sein Nachbar eine "Bild"-"Zeitung" mit bloßen Händen anfasst.

Foto: Na Son Nguyen/ AP

Wir müssen es leider sagen: Alle Vorsichtsmaßnahmen garantieren keinen absoluten Schutz vor der Juni-Attacke. Niemand kann völlig sicher sein, dass am 23. Juni keine "Bild"-"Zeitung" in seinem Briefkasten einschlägt. Wir raten dringend dazu, den Sommer über die Luftschutzräume aufzusuchen! Es ist törichter Leichtsinn, sich bei der "Bild"-Abwehr auf eine gut funktionierende Altpapiertonne zu verlassen.