Google Nordkorea - DER SPIEGEL
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Erste Einblicke "Google Nordkorea" kommt!

Dem Vernehmen nach soll sich Google-Topmanager Eric Schmidt derzeit in Nordkorea befinden. Freiwillig! Wie SPAM in Erfahrung bringen konnte, steht eine enge Kooperation zwischen den beiden beteiligten Supermächten unmittelbar bevor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Google NK" , so heißt es in einer bislang nur auf Nordkoreanisch googlebaren Verlautbarung, soll die Vorzüge des Internets jetzt auch für Einheimische erlebbar machen. Die Adaption an dieses "spannende kulturelle Umfeld", so Schmidt, sei "eine besondere Herausforderung". Die wichtigsten Adaptionen sind wie folgt:

Behutsame Eingewöhnung

Nach jeder Such-Eingabe sollen speziell ausgebildete Armeebrigaden das Land nach den gewünschten Informationen durchkämmen.

Nach jeder Such-Eingabe sollen speziell ausgebildete Armeebrigaden das Land nach den gewünschten Informationen durchkämmen.

Foto: Feng Li/ Getty Images

Für eine erste, noch unbefristete Eingewöhnungsphase macht "Google NK" es interessierten Nordkoreanern besonders leicht, an gut sortierte Informationen zu gelangen. "Zunächst", so ein Konzeptpapier, "wird Google NK sich auf die Suchbegriffe 'Kim Jong Un', 'Goldener Führer' und 'Lecker kochen mit Baumrinde' beschränken."

Höflichkeit im Umgang

Nahrhafte Heuschrecken-Snacks sind in Nordkorea traditionell den Eliten vorbehalten.

Nahrhafte Heuschrecken-Snacks sind in Nordkorea traditionell den Eliten vorbehalten.

Foto: MICHAEL KOOREN/ REUTERS

Auch das Absenden der Anfragen selber soll den "Google NK"-Usern erleichtert werden. Nordkoreanern erscheint etwa eine schlichte Eingabe wie "Suchen" als ein gar zu rüder Befehl, den man noch nicht einmal den heimischen Windows-94-Computern zumuten mag. So wird auf dem Absendebutton vermutlich "Bitte erschließe mir dieses mein Ansinnen, oh großer Führer, Gebieter über Atomwaffen, Himmel und Baumrinde, wohlwollender Erfinder des Internets!" stehen.

Klare Ergebnisse

In mehrjähriger Entwicklungszeit haben nordkoreanische Grafiker ein täuschend echtes Porträt von Staatschef Kim für die "Google NK"-Oberfläche entwickelt.

In mehrjähriger Entwicklungszeit haben nordkoreanische Grafiker ein täuschend echtes Porträt von Staatschef Kim für die "Google NK"-Oberfläche entwickelt.

Foto: dapd

Um die "Google NK"-User nicht zu verunsichern, werden alle Anfragen mit einem lokal angepassten Prozedere bearbeitet. "Auf keinen Fall", so heißt es im Konzeptpapier, "sollen die Antworten einfach wie aus dem Nichts auf dem Bildschirm auftauchen." Dies könne zu Verwirrung, ja, Panik unter den netzaffinen Nordkoreanern führen. Stattdessen werden die Suchergebnisse wohl, der Sitte gemäß, in speziellen Google-User-Auffanglagern zugestellt, und zwar per Morsecode (auf den Rücken bzw. auf Wunsch auch auf die Fußsohlen).