Leben ohne Armstrong: Quo vadis, Mond? - DER SPIEGEL
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Leben ohne den Teufelstrompeter Quo vadis, Mond?

Der Schock sitzt tief. Neil Armstrong, der beliebte Schnellradfahrer und Erdtrabantenentdecker, ist tot.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Genialer Armstrong: mit Trompetenantrieb zum Mond

Genialer Armstrong: mit Trompetenantrieb zum Mond

Foto: Harrison/ Getty Images

Bedrückt schauen wir hoch zu seinem Fußabdruck, der über uns schwebt. In den letzten Tagen haben sich spontan Hunderttausende in Wohn- und Schlafzimmern vor ihren Fernsehern versammelt, um eines Menschheitshelden zu gedenken. Denn mal ganz ehrlich, liebe SPAM-Leser: Was wären wir ohne Neil Armstrong, den Teufelstrompeter?

Populärster Himmelskörper überhaupt

Ein früherer Versuch Armstrongs, mit dem Fahrrad zum Mond zu gelangen, musste bekanntlich wegen absurder Dopingvorwürfe abgebrochen werden.

Ein früherer Versuch Armstrongs, mit dem Fahrrad zum Mond zu gelangen, musste bekanntlich wegen absurder Dopingvorwürfe abgebrochen werden.

Foto: David Zalubowski / AP

Lange Zeit völlig übersehen, ist der Mond zu einem der populärsten Himmelskörper überhaupt geworden: Er soll der einzige sein, der von der chinesischen Mauer aus zu sehen ist! Viele Lieder ("Junimond", "Silbermond", "Mittwochabendmond") sind über ihn gesungen worden, Kinoerfolge wie "Bis(s) dass der Mond uns scheidet" oder "Mondsüchtig" (ursprünglich "Mohnsüchtig") wären ohne Neil Armstrongs Einsatz gar nicht denkbar.

Unvorstellbar nützliche Nutzungsmöglichkeiten

Anti-Mond-Demonstrant: Proteste gegen Raumfahrt sollen bald nur noch außerhalb der Erde stattfinden.

Anti-Mond-Demonstrant: Proteste gegen Raumfahrt sollen bald nur noch außerhalb der Erde stattfinden.

Foto: A2800 epa/ dpa

Der von Armstrong erschlossene Himmelskörper kann für die Menschheit noch von unschätzbarem Wert sein. Denkbar ist z.B. seine Nutzung als Rohstoffquelle (Gestein, Songtitel, Fußabdrücke). Doch umgekehrt könnten dorthin auch viele Hungernde und Kranke von der Erde verschickt werden, welche unsere Nachrichtenbilder verunstalten und die Grundstimmung auf dem Heimatplaneten zu vermiesen drohen, was wiederum dem Ifo-Index nicht gut tut, woraufhin wiederum keiner mehr über Mondmissionen nachdenkt - ein Teufelskreis.

Eldorado für Siedler

Grandios: der Ausblick vom Mond auf die Erde (Gesichter drumherum werden vom Weltall wohltuend abgedunkelt)

Grandios: der Ausblick vom Mond auf die Erde (Gesichter drumherum werden vom Weltall wohltuend abgedunkelt)

Foto: A3446 Patrick Seeger/ dpa

Als Siedlungsgebiet hat der Mond praktisch nur Vorzüge zu bieten: Von Natur aus mikrobenfrei, bietet er herrlichen Ausblick auf mehrere Ozeane gleichzeitig, Lärmbelästigung ist hier oben vollkommen unbekannt. Auch auf gewohnte Unterhaltung braucht man nicht zu verzichten: Im Anschluss an seine nächste Chinareise soll der FC Bayern hier 2013 gastieren, um neue Märkte zu erschließen; die "sportlich fordernde Luftsituation", so FCB-Macher Matthias Sammer, stelle für die Bayernprofis eine "willkommene Herausforderung" dar.

Musikalische Top-Events

Schnappschuss, möglicherweise von der Rückseite des Mondes

Schnappschuss, möglicherweise von der Rückseite des Mondes

Foto: NIR ELIAS/ Reuters

Für viele noch ein Geheimtipp, jedoch auf dem besten Weg, Kult zu werden: Jeden zweiten Samstag im Monat gastiert eine All-Star-Band aus Jimi Hendrix, Elvis Presley und Joe Heesters in einem rockigen Krater auf der Rückseite des Mondes. Absolut zuschauenswert! (Wobei die Akustik noch Probleme bereitet, aber vielleicht auch besser so.)

Jetzt sogar mit Repräsentant

"Kanzler des Mondes" kürzlich bei Stippvisite in Amerika

"Kanzler des Mondes" kürzlich bei Stippvisite in Amerika

Foto: ? Thierry Roge / Reuters/ REUTERS

Dass im Mond die Zukunft liegt, wissen die meisten Politiker. Überzählige Atombomben könnten dort kontrolliert gesprengt, oder auch Batterien, Elektronikgeräte und überhaupt Sperrmüll entsorgt werden. Bislang scheiterte das alles an mangelnden diplomatischen Beziehungen zum Mond. Zum Glück ist kürzlich in Amerika (USA) ein Mann aufgetaucht, der sich Charles T. Goodenburgh nennt und angibt, "rechtmäßiger Kanzler des Mondes" zu sein.