Mohammed-Skandal Was kommt nach dem Video-Verbot?
Während Innenminister Friedrich die Vorstellung gleich ganz verbieten will, überlegt der liberalere Guido Westerwelle, ob es nicht auch genüge, während der Vorstellung einfach im Saal das Licht zu löschen.
Doch leider ist dies nicht das einzige Problem. Es gibt noch mehr Geschmacklosigkeiten, angesichts derer die Bundesregierung sich mit aller Gewalt darum kümmern muss, dass Menschen sich nicht gekränkt oder gar herausgefordert fühlen.
"Obszöne Provokation"
Der ZDF-Kompromissvorschlag, während "heikler Szenen nur Außenaufnahmen" des Klosters zu zeigen, wurde von Friedrich als "unzureichend" zurückgewiesen
Foto: Andreas Gebert/ dpaSorgen macht den Behörden eine Drohung der Organisation "Zweites Deutsches Fernsehen". Die orthodox-seniorenpopulistische Gruppierung hat angekündigt, am 23. September um 20.15 Uhr den Film "Rosamunde Pilcher: Die falsche Nonne" öffentlich in Deutschland auszustrahlen. Darin geht es um mysteriöse "Unfälle" in einem Nonnenkloster. Die Polizistin Sabrina ermittelt, als Novizin verkleidet, und lernt dabei den schönen Tom kennen, der vor Ort als Restaurator arbeitet. Der Innenminister: "Das läuft eindeutig auf Unzucht unterm Kirchendach hinaus. Ich werde diese obszöne Provokation stoppen. Oder wollen wir abwarten, bis sensible Katholiken den Fernsehgarten plündern oder auf dem Petersplatz Gundula-Gause-Puppen abfackeln?!"
"Infame Verächtlichmachung"
HSV-Sportdirektor Arnesen: "Glücklicherweise sind wir der Aufforderung des Ministers, den Spielbetrieb einzustellen, zuvorgekommen."
Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty ImagesUm die innere Sicherheit in Deutschlands wichtigster Hafenstadt zu stabilisieren, will der Innenminister alle öffentlichen Aufführungen des "Hamburger Sportvereins" bis auf Weiteres untersagen. Durch dessen Darbietungen würden seit Monaten die Gefühle aufrichtiger Fußballanhänger schmerzlich verletzt. Das beträfe sowohl Gläubige als auch Gläubiger des Vereins. Gewalttätige Ausschreitungen seien da nur allzu verständlich und eine Frage der Zeit. "Ich werde mit allen rechtlich zulässigen Mitteln gegen die infame Verächtlichmachung einer traditionellen Nationalsportart vorgehen. Das hält doch sonst kein HSV-Fanatiker aus, ohne vollends durchzudrehen."
"Grob missachtet"
Ebenfalls abgesagt: Auftritte vor bzw. mit dem Altbundespräsidenten
Foto:Jochen Lübke/ dpa
Mehrere öffentliche Auftritte der extremistisch-polarisierenden Schriftstellerin Bettina Wulff wurden auf Druck der Bundesregierung bereits abgesagt. Hans-Peter Friedrich: "Die Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen dort, wo die heiligen Empfindungen denkender Menschen grob missachtet und Qualitätsmaßstäbe jeder Seifenoper unterboten werden. Ich weiß nicht, was diese Autorin eigentlich vom deutschen Volk will: Wir zahlen ihrem Mann doch schon 200.000 Euro Schweigegeld. Wenn Frau Wulff nicht endlich Ruhe gibt, dann endet sie wie Pussy Riot und muss für drei Jahre nach Vorpommern."