Dank Staat Endlagerung deluxe
Endlager für Atommüll (Architekturmodell) mit Uran-Urne (mittig).
Foto: epa Sipa Alfred/ picture alliance / dpa"Mit großer Freude schicke ich Ihnen hier unseren Entwurf für die Brennstoff-Residenz Gorleben, DIE Adresse für (radio)aktive Teilchen im Unruhestand", hieß es in der Bewerbung eines Architekturbüros, welches auf seine umfangreichen Erfahrungen in der Planung der Hamburger Elbphilharmonie verwies. "Selbstverständlich", so das Büro weiter, "verwenden wir – wie bei allen steuerfinanzierten Bauten – ausschließlich golddurchwirkte Bleiplatten. Selbst wenn das letztendlich vielleicht etwas mehr kostet als ursprünglich gedacht, sieht es halt einfach besser aus, und zwar selbst dann noch, wenn man die Platten gar nicht sieht." Eines der maßgeblichen Planungsbüros von "Stuttgart 21" schrieb: "Uns ist bewusst, dass ein von der öffentlichen Hand gebautes Endlager immer auch ein Aushängeschild für unsere Demokratie ist." Da werfe der bereits im Bau befindliche "Schacht Konrad" in seiner lieblosen Nüchternheit ein ganz düsteres Licht auf seine zukünftigen Bauherrn aus der Politik. "Wir schlagen daher dringend vor, noch 4190 formschöne Lichtkuppeln zu ergänzen. Durch diese können zum Beispiel Schulklassen den friedlich in der Abendsonne ausklingenden Brennstäben zuwinken." Das für den Brandschutz im neuen Berliner Flughafen (BER) bis vor kurzem noch zuständige Büro will sich dagegen - gegen einen kleinen Obolus - aus dem Endlagerbau komplett raushalten. Erste Politiker äußerten sich bereits euphorisch. "Das klingt alles sehr vernünftig!", so Volker Bouffier (CDU Hessen). "Tolle pragmatische Vorschläge haben wir da, die auch machbar sind", erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger.