Elbphilharmonie Schuldigenexplosion
Schuldige am Elbdesaster (Detail aus Gruppenfoto, Seite 1723 des Untersuchungsberichts, Vorentwurf Nr. 88)
Foto: Markus Schreiber/ APUnd das sind nur die auf Seite 650 bis 662 Genannten. Zu Recht wird gefordert, dass die Medien auch die restlichen der 724 noch nicht veröffentlichten Schmierkonzeptseiten lesen sollen. Dort werden nämlich noch einige weitere hunderttausend Schuldige benannt. Etwa der Hamburger Bürger Harald W., der am 24. Mai 2009, vor der Baustelle stehend, mehrere Minuten lang despektierlich seinen Kopf geschüttelt haben soll. Kein Bauarbeiter kann so arbeiten. Der Bau der Elbphilharmonie verzögerte sich dadurch erheblich. Am 13. Oktober 2008 schenkte die Bäckerin Kathrin B. viel zu heißen Kaffee an einige eh' schon genervte Fachplaner aus. Kein Mensch hätte die glühenden Pappbecher halten können, der brodelnde Kaffee vernichtete wichtige Baupläne. Die Bäckerin wollte den Schaden wiedergutmachen, indem sie den Plan mit einem Kugelschreiber zu restaurieren versuchte. Dabei verzehnfachte sie versehentlich die Anzahl der vorgesehenen Fenster. Im Mai 2010 besuchten 4000 Hamburger Bürger die Baustelle und veranstalteten ein großes Gemurmel. Natürlich bemerkten alle, dass da viel zu viele Fenster verbaut waren. Aus landsmännischer Zurückhaltung heraus sagte jedoch keiner was laut. So dass die viel zu vielen Fenster erst ein Jahr später durch einige im Moment noch etwas umstrittene Wände ersetzt werden konnten. Und das sind jetzt nur drei der unzähligen Fälle von Behinderung, Versagen, Misswirtschaft und Desinteresse, die der Untersuchungsausschuss bislang aufgedeckt hat.