Satire bei Spiegel Online: Werbeaktion GDL-Streik - DER SPIEGEL
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Werbeaktion "Streik" Wir sind doch alle Lokführer!

Achtung Fahrgäste: Heute um 21 Uhr startet die Lokführergewerkschaft eine große Mitgliederwerbeaktion, wegen der einige Züge entfallen.
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Die rabiate GDL will heute Nacht auch den gesamten Modelleisenbahnverkehr lahmlegen.

Die rabiate GDL will heute Nacht auch den gesamten Modelleisenbahnverkehr lahmlegen.

Foto: dpa/dpaweb

Die kleine, aber als hoch aggressiv bekannte Lokführergewerkschaft GDL mit ihren rund 16.000 Mitgliedern hat erstmals nicht nur Lokführer sondern alle Mitarbeiter, die in den Zügen arbeiten, zum Streik aufgerufen. Dazu zählen: Fahrkartenkontrolleure, Rangierführer, Bistroköche und Disponenten, für die bislang die 13 Mal größere Eisenbahnergewerkschaft EVG zuständig war. Auch Fahrgäste, die in Zügen arbeiten oder dort von ihrer Arbeit gerade Pause machen und völlig anderen Gewerkschaften angehören wie Verdi oder IG Metall, sollen angehalten sein, sich dem Streik anzuschließen und ebenfalls der GDL beizutreten. Um den erwarteten Mitgliederzuwachs organisatorisch bewältigen zu können, werde jeder Fahrgast, der heute Nacht aus Streikgründen nicht Zug fährt, automatisch als Mitglied bei der GDL geführt. Selbstverständlich, so der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky, sollen sich künftig auch alle Lokführer von Modelleisenbahnen "bei ihren jeweiligen Arbeitgebern auf unseren Tarifvertrag berufen dürfen". Im Moment, so sinnierte er im Gespräch mit SPAM, überlege er zudem, "ob wir nicht alle eigentlich Lokführer sind, Lokführer unseres Lebens." Angesichts dessen sehe er der erpresserischen Drohung von Frau Nahles, dass künftig nur noch die mitgliederstärkste Gewerkschaft einen Tarifvertrag aushandeln darf, sehr, sehr gelassen entgegen.