Bundesweit einmalig Flüchtlingsverarbeitung deluxe
Vorbildich sparsam: Die neue Registrierungsstelle wurde mit Bänken des maroden BER-Flughafens bestuhlt, der wohl gerade abgerissen wird.
Foto: Gregor Fischer/ dpaOhne McKinsey war es so, dass noch nicht registrierte Flüchtlinge in Berlin tagelang auf matschigen Wiesen darauf warteten, dass eine bestimmte Wartenummer, nämlich ihre, aufgerufen würde. Dabei ist den McKinsey-Beratern Folgendes aufgefallen: "Wenn etwa nach Nummer 275 die Nummer 8937 aufgerufen wird, ist statt dieser oft nur die Nummer 8936 vor Ort und die macht dann Stunk. So geht's natürlich nicht. Das verlangsamt die Produktion von Asylanträgen empfindlich." Aber: Problem erkannt, Gefahr gebannt. In der heute frisch eröffneten Erstregistrierungsstelle wollen die McKinsey-Berater garantieren, dass zu jeder x-beliebig aufgerufenen Nummer auch ein x-beliebiger, noch nicht registrierter Flüchtling erscheint. Wie genau die Beraterfirma das macht, ist natürlich ein Betriebsgeheimnis. Manche munkeln, McKinsey gebe eigene Wartenummern aus, die dann in streng numerischer Reihe gegen die zufallsbasiert aufgerufenen Wartenummern der Behörde ausgetauscht würden. Naiver Quatsch, behaupten andere. McKinsey arbeite immer mit Einsparungen und Massenentlassungen. Deshalb könne man davon ausgehen, dass McKinsey einfach immer denselben Flüchtling zur Registrierung schicke. Da es sich um Berliner Behörden handle, werde es wohl einige Jahre dauern, bis das auffalle. Noch bis Ende Oktober berät McKinsey für Umme. Danach werde durch die beschleunigten Asylverfahren wohl genügend Geld frei, um die unentbehrlichen Berater entsprechend zu honorieren.