Ein rätselhafter Patient Blase oder Seele
Diszipliniert und ohne zu drängeln suchen Urlauber (v.l.n.r.) das Wasser auf
Foto: Britta Pedersen/ dpaHeiko G. aus Leipzig hatte sich so auf die Sommerferien mit seinen alten Freunden an der Ostsee gefreut. Doch kaum am Strand angekommen, ereilte ihn ein verstörendes und auch peinliches gesundheitliches Problem: "Während alle meine Kumpels nach jedem Bier ganz selbstverständlich kurz bis Hüfthöhe ins Meer gehen und sich dort - wie man unter Urlaubern so sagt - kurz erfrischen können, funktioniert es bei mir einfach nicht."
Unglaublich, aber wahr: Heiko G. kann auf einmal nicht mehr Wasser im Wasser lassen. In seiner Not muss er eines der hinter den Dünen aufgestellten Dixi-Klos benutzen: "Das ist jedes Mal eine traumatische Erfahrung. Meine Kumpels gucken mich an, als hätte ich nicht alle Latten am Zaun."
Urologen in der Küstenregion geben jedoch Entwarnung. Fälle von maritimer Harnverhaltung kämen zwar "immer mal wieder", aber insgesamt selten vor. Dr. Anselm Recknitz aus Ribnitz-Damgarten: "Noch wurde nicht erforscht, ob es sich bei diesem Geschehen um eine Blasenerkrankung oder eine psychosomatische Blockade handelt. Ich schreibe solche Patienten jedenfalls grundsätzlich krank. Denn ein richtiger Urlaub ist das ja wohl nicht."