Streikgefahr gebannt Bahnchef verspricht Brigotterie bei Lokführern
Diese Fachkräfte sind einfach zu wichtig für eine Festanstellung.
Foto: Ole Spata/ dpaDie Unternehmensführung hat soeben beschlossen, bis spätestens Ende November sämtliche Lokführer, Zugbegleiter, Stellwerker und Instandhaltungsmechaniker zu entlassen und dafür neue Führungskräfte einzustellen.
Dazu angeregt wurden die Bahnmanager durch den Plan des Verlags Gruner + Jahr, allen schreibenden "Brigitte"-Redakteuren zu kündigen und stattdessen neue Leitungsposten zu schaffen.
Bahnchef Rüdiger Grube ärgert sich, nicht früher und von allein auf diesen Einfall gekommen zu sein: "Wir leiden doch schon ewig unter demselben Anachronismus: Ausgerechnet die Menschen, deren Arbeit unser Markenkern und die Basis für den Unternehmenserfolg ist, sind fest angestellt. Sie haben Tarifverträge und das Streikrecht. Und das an solch sensiblen Positionen. Der blanke Wahnsinn!" Deshalb führe in der modernen Arbeitswelt am Outsourcing solch entscheidender Funktionen kein Weg vorbei.
Doch auch und gerade die freigesetzten Kollegen zählen zu den Gewinnern der Bahn-Brigittisierung: Künftig haben sie die Chance, einem "agilen, flexiblen und hoch motivierten Pool freischaffender Bahnmitarbeiter" anzugehören und sogar ihr Honorar frei zu verhandeln. Bereits jetzt können sie sich darum bewerben. etwa am 14. Dezember den Regionalexpress 4952 um 19.17 Uhr ab Ludwigsburg nach Würzburg zu fahren. Das beste Angebot gewinnt.