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Leon Andreasen (Hannover 96) im Glück So gelingt Inklusion!

Schicksalsschlag? Gendefekt? Bizarre Laune der Natur?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Torschütze Andreasen (Bildmitte) schlingt jubelnd seine Beine um einen Mitspieler. Der Kölner Torwart ist beeindruckt.

Torschütze Andreasen (Bildmitte) schlingt jubelnd seine Beine um einen Mitspieler. Der Kölner Torwart ist beeindruckt.

Foto: Maja Hitij/ dpa

Als Leon Andreasen vor 32 Jahren in Dänemark zur Welt kam, wollten seine Eltern ihren Augen nicht trauen: Die strammen Beinchen des Buben waren nicht - wie gewöhnlich - als untere Extremitäten an ihm befestigt, sondern begannen am oberen Teil des Rumpfes. Das heißt, seine Schultern gingen direkt in die Oberschenkel über.

Doch trotz dieser seltenen Fehlbildung konnte Leon vom ersten Tag an ein ganz normales Leben führen. Ja, besser noch: Statt in einer geschützten Werkstatt arbeitet er heute sogar als Profi-Sportler - als Mittelfeldspieler beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96.

Kurioserweise gilt Andreasen als behindert (und besitzt sogar einen entsprechenden Ausweis), ohne bei der Berufsausübung tatsächlich gehandicapt zu sein: Denn er bewegt sich auf seinen Händen ebenso schnell und geschickt über den Platz wie seine Kollegen mit ihren Beinen.

Diese körperbauliche Besonderheit ist dem Deutschen Fußballbund selbstverständlich bekannt. Der DFB hat seine Schiedsrichter angewiesen, Andreasens Anatomie "bei der Regelauslegung zu berücksichtigen".

Umso schöner ist es, dass ausgerechnet dem sympathischen und immer fairen Sportsmann Andreasen beim gestrigen Auswärtsspiel in Köln das Siegtor gelang. - Mit der Kniekehle. Oder war es doch eher die Wade?

Egal: Glückwunsch, Hannover! So kann Inklusion gelingen.

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