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Dax-Konzerne kulant Rosinen für den Mittelstand

Die Integration, sie entwickelt sich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Lewis Hamilton ist zwar Zetsches Angestellter, aber kein Flüchtling im Sinne der UN-Konvention.

Lewis Hamilton ist zwar Zetsches Angestellter, aber kein Flüchtling im Sinne der UN-Konvention.

Foto: Mark Thompson/ Getty Images

Als Schrittmacher des Fortschritts stürmen die größten deutschen Unternehmen kühn vorweg: Bis Anfang Juni  haben alle 30 Dax-Konzerne zusammen 54 Flüchtlinge eingestellt. Das sind immerhin 0,0015 Prozent aller dort Beschäftigten. 50 Jobs davon entfallen allein auf die Deutsche Post. Von insgesamt 300 zusätzlich geplanten Ausbildungsplätzen wurden wenige besetzt.

Noch im Herbst hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche jubiliert: "Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land." Aber weil man in der Stuttgarter Firmenzentrale eben ganz genau weiß, wie händeringend die Nachfrage überall in unserem Land ist, widersteht Daimler solidarisch allen Verlockungen und hat bis jetzt keine (in Zahlen: 0) Flüchtlinge unter Vertrag genommen.

Gegenüber SPAM verspricht Zetsche, bescheiden zu bleiben: "Der Kuchen ist zwar groß. Trotzdem würde es einen schlechten Eindruck machen, wenn wir Schwergewichte uns alle Rosinen herauspickten und der Mittelstand leer ausginge." Die Konzerne dienten der Sache besser, indem sie ihr Interesse, ihren Bedarf, ihre Bereitschaft und ihren unbedingten Willen künftig noch häufiger, noch lauter und noch vorbehaltloser verkündeten: "Dabei halten wir selbstverständlich die Augen offen. Steuerflüchtlinge können es sogar bis in einen Vorstand schaffen."