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Der konstruktive Kommentar Integration statt Mindestlohn!

Kann Deutschland die ihm erwachsene historische Mission stemmen?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Amerika, du hattest es besser: Um 1850 war der Arbeitsmarkt auch noch ein richtiger Markt.

Amerika, du hattest es besser: Um 1850 war der Arbeitsmarkt auch noch ein richtiger Markt.

dpa

Abwiegler, Bedenkenträger und Defätisten gibt es genug.

Ja, es wird schwierig. Gewiss.

Doch der Kraftakt kann gelingen, wenn jeder seinen Beitrag leistet.

Die deutsche Wirtschaft setzt nun ein Zeichen und geht selbstlos voran, unter anderem in Gestalt des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertagspräsidenten: "Ich plädiere für eine rasche Teilhabe  am gesellschaftlichen Leben durch Arbeit und fordere die Bundespolitik auf, dass die Aussetzung des Mindestlohns für Flüchtlinge geprüft wird."

Viele Unternehmen sind bereit, sich im Interesse des Gemeinwohls von alten, liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden. Dazu zählen auch andere, jahrzehntelang aufgetürmte Integrationshindernisse, wie etwa die Abschaffung der 80-Stunden-Woche, der Kündigungsschutz oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Das alles würde die Wirtschaft - ohne dass man sie lange bitten müsste - für das große Ganze opfern.

Es gibt dafür ein großes historisches Vorbild: Alle Afrikaner, die im 18. Jahrhundert - nicht ganz freiwillig, aber egal - nach Amerika kamen, wurden unbürokratisch mit geregelten, integrativen Tätigkeiten versorgt. Das Ergebnis war ihre sofortige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch Arbeit.

Jetzt sind Mut und Tatkraft gefragt. Die Welt gehört denen, die sie neu denken: Wieso ist es eigentlich nicht mehr statthaft, Ausflugsschiffe statt mit klimaschädlichen Treibstoffen von angeketteten Ruderern bewegen zu lassen?

Wir schaffen das!