Satire@Spiegel Online: Hoffnung für Ferguson - DER SPIEGEL
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Hoffnung für Ferguson Willkommen in Europa!

Ist das die Wende im Volksaufstand von Ferguson?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Zeit für Sanktionen: Merkel droht mit Liebesentzug

Zeit für Sanktionen: Merkel droht mit Liebesentzug

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Die US-Kleinstadt im St. Louis County könnte schon bald Mitglied der Europäischen Union werden.

Führende EU-Politiker - mit der Bundeskanzlerin an der Spitze - sprechen sich dafür aus, der dort um ihre Bürgerrechte kämpfenden Bevölkerung schnellstmöglich ein Assoziierungsabkommen anzubieten.

Angela Merkel in einem vertraulichen Hintergrundgespräch gegenüber SPAM: "Wir schulden diesen Menschen unsere bedingungslose Solidarität. Sie wollen - wie jüngst auch die Demonstranten auf dem Maidan oder im Gezi-Park - eine Perspektive in Frieden, Würde und Stabilität. Unser Europa kann ihnen genau das geben. Das gegenwärtige Regime dagegen, das wehrlose Teenager auf offener Straße massakriert, eine schwerbewaffnete Soldateska  gegen das eigene Volk aufmarschieren lässt, Journalisten ins Gefängnis wirft und die Pressefreiheit missachtet - dieses rassistische Regime hat jede Legitimation verloren."

Gleichzeitig warnt die Bundeskanzlerin den Gouverneur des Bundesstaates Missouri vor einer gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste: "Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wenn direkt auf unserem Nachbarkontinent elementare Menschenrechte missachtet werden und eine Emanzipationsbewegung im Blut erstickt wird."

An US-Präsident Obama wiederum richtet sie den dringenden Appell, die absehbare Entscheidung der Bürger von Ferguson für Europa zu respektieren und nicht länger in "gestrigen Kategorien von Machtblöcken und Einflusssphären" zu denken: Andernfalls verfüge die EU über einen "kraftvollen Sanktionskatalog", der "allen Gewaltherrschern hinlänglich bekannt sein sollte".

Mehrere EU-Parlamentarier sind inzwischen in die Vereinigten Staaten aufgebrochen, um den Aufständischen Mut zuzusprechen und den Bürgermeister von Ferguson mit Hitler beziehungsweise Putin zu vergleichen. Zu Spekulationen, die Bundesrepublik würde sich bei einer weiteren Eskalation auch mit Waffenlieferungen oder Soldaten engagieren, äußert sich Bundespräsident Gauck gewohnt zurückhaltend: "Ich finde, Deutschland kann sich nicht ewig wegducken."