Satire@Spiegel Online: Markus Lanz Bauernschläue - DER SPIEGEL
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Markus Lanz Bauernschlau durch den Holocaust

Nach nur wenigen Tagen haben über 80.000 Menschen die Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" unterschrieben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Natürlichkeit und Charme (Version Lanz)

Natürlichkeit und Charme (Version Lanz)

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Anlass für die Empörung ist die Interviewtechnik, die Lanz gegenüber Sahra Wagenknecht in seiner Talkshow "Markus Lanz" praktizierte. Bei allem Verständnis für den Protest bleiben Fragen. Zum Beispiel: Warum erst jetzt? Warum so milde und so artig?

Und das ZDF muss sich fragen lassen: Warum wurde die Lanz-Sendung vom 25. Juli 2013 mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano nicht sofort in vorbeugender Selbstzensur aus der Mediathek entfernt? Warum ist sie dort erst wegen des ganz normalen Zeitablaufs verschwunden? Ganz einfach: Sie hatten es nicht einmal bemerkt.

In dieser Sendung schilderte Frau Bejarano, wie sie ins Mädchenorchester des Lagers gekommen war. Als sie erzählen wollte, wie sie sich als Klavierspielerin innerhalb weniger Minuten das Akordeonspielen beibringen musste und gerade über das Problem der vielen unbekannten Knöpfe für die linke Hand zu sprechen begann, wurde es Lanz langweilig. Er unterbrach sie mit "Ja, genau..." und zog ein Resümee  (ab Minute 21): "Sie haben mit dieser kleinen Notlüge in dem Moment tatsächlich Ihr Leben gerettet, das ist eine Fülle von Fügungen, teils glücklichen Zufällen, teils Ihrer Bauernschläue zu verdanken, dass Sie dort drin dann tatsächlich so lange überlebt haben…"

Natürlichkeit und Charme, das ist Lanz.