Multi-Jobber im Aufwind Der Konsumismus siegt
Diese Entwicklung hat nicht nur mit rapide gewachsenem Gesamtspaß an der Arbeit (Workoholismus) zu tun, sondern liegt laut Arbeitsministerium auch an "gestiegener Konsumlust". Und tatsächlich bilden sich immer mehr Leute ein, stets den neuesten Schickimickischnorkus haben oder mitmachen zu müssen.
Cityfixiert
Jede Menge Wohnraum in Mecklenburg-Vorpommern, darunter auch günstige Handwerkerobjekte
Foto: Z5038 Stefan Sauer/ dpa
So versteigen sich Fans des "Downtown Living" in die aberwitzige Idee, in den Innenstädten etwa von München oder Hamburg (oder nur in wenigen Kilometern Entfernung) wohnen bleiben zu wollen (teilweise mit Dach und Fußboden), obwohl halb Mecklenburg-Vorpommern leer steht. Preiswerte Orte wie Demmin oder Eggesin werden von diesen Trend-Adepten als "uncool" und "outdated" empfunden. Also verschwenden sie ihr Geld für angesagten Unfug wie "Prenzlauer Berg" und müssen nach Feierabend noch dazuverdienen.
Energy-Wahn
Romatik pur - immer mehr Menschen entdecken den Zauber des Kerzenlichts
Foto: Julian Stratenschulte/ dpa
Ein weiteres Nonsens-Gadget ist Strom bzw. "High Voltage": Es gibt inzwischen so neumodische Apparate, da muss man nur einen Knopf drücken und plötzlich ist die Wohnung hell, die Wäsche gewaschen oder die Perserkatze gar. Das Geheimnis dieser Kinkerlitzchen: Ladungen, elektrische Felder, Kathoden. Kompliziert, aber Quatsch und überflüssig wie Bubble Tea. Weil im Augenblick alle das Zeug haben wollen, wird Energy immer teurer. Insider-Tipp: Strom erst kaufen, wenn er wieder aus der Mode ist (z. B. auf dem Flohmarkt).
Deutsche Bahn
Schöner Nebeneffekt: Mainzer Anzeigetafeln endlich übersichtlich
Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa
Unglaublich, wofür Menschen ihr Geld verplempern: Statt eines simplen Maserati benutzen sie die "Deutsche Bahn". Ein reines Lifestyle-Vergnügen, weit teuer als klassische Fahrbetriebe wie "Geisterbahn" oder "Turbo Twister" und ohne Extra-Einkommen kaum zu finanzieren. Doch Millionen sind von diesem Wucher-Kokolorus abhängig. Zumindest für Mainz gibt es jetzt ein Entwöhnungsprogramm: Wer nicht mehr "Deutsche Bahn" fahren kann, der gelangt damit auch nicht mehr zu seinem Zweitjob, den er aber ohnehin nur bräuchte, um sich die Benutzung von "Deutsche Bahn" leisten zu können.