Schlimmer als "Newtopia" Sat.1 manipulierte auch Urteile von Richterin Salesch
Wer hätte das gedacht? Die Glaubwürdigkeit der deutschen Justiz liegt in Trümmern.
Foto: Jörg Carstensen / picture alliance / dpaRichterin Barbara Salesch, die wohl prominenteste deutsche Juristin, soll mehr als ein Jahrzehnt lang massiv von außen beeinflusst beziehungsweise regelrecht gesteuert worden sein. Davon betroffen, so ein Insider gegenüber Spam, seien sämtliche von ihr zwischen 1999 und 2012 geleiteten und von Sat.1 übertragenen Verhandlungen.
Diese Nachricht erreicht die Öffentlichkeit nur einen Tag nach der nicht minder erschütternden Gewissheit, dass die Teilnehmer des vom selben Sender dokumentierten, angeblich autonomen Siedler-Projekts "Newtopia" nicht allein ihren dunklen Instinkten und Gottes Willen gehorchen, sondern auch Eingebungen durch die Produktionsgesellschaft.
Doch die Causa Salesch hat größere Dimensionen: Denn hier wurde offenbar mehr als 13 Jahre lang - fast schon industriell durchorganisiert - Recht gebeugt, geknickt und gebrochen.
Statt, wie es der Richtereid gebietet, "nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen", hat die Richterin wohl auch Anweisungen von Regisseuren und Producern gehorcht und ihre Verhandlungsführung niederen Unterhaltungsbedürfnissen angepasst. Ja, mehr noch: Wie es heißt, wurden den bei ihr auftretenden Zeugen Aussagen vorgeschrieben und anschließend Honorare gezahlt.
Der zuständige Bundesminister Heiko Maas (SPD) ist schockiert: "Ausgerechnet Richterin Salesch! Alles was ich über Rechtspflege weiß, habe ich von ihr gelernt. Wenn sie so etwas wirklich getan hat, wäre das ein Faustschlag gegen die Unabhängigkeit der Justiz."
Maas will die Vorwürfe nun "lückenlos aufklären" lassen. Gegebenenfalls, so der Minister, würden "alle 2356 von Richterin Barbara Salesch verhandelten Fälle neu aufgerollt", wahrscheinlich auf RTL.