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Psychotherapie oder Anxiolytika? Wege aus der Überwachungsangst

Angsterkrankungen sind eine Geißel der Zivilisation.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Eine effiziente therapeutische Gestik stimmt die Patienten ruhig und gelassen.

Eine effiziente therapeutische Gestik stimmt die Patienten ruhig und gelassen.

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Aber nicht mehr lange!

Endlich gibt es einen Durchbruch bei der Behandlung zumindest einer Phobie, nämlich der vor dem Überwachungsstaat.

Noch 2013 litten laut einer Allensbach-Studie  56 Prozent aller Befragten unter innerer Unruhe, wenn sie sich vorstellten, dass ihre privaten Telefon- und Internetdaten von Geheimdiensten erfasst und gespeichert werden könnten. Im Jahr darauf waren es 43 Prozent. Und dieser Tage stellen nur noch 38 Prozent irgendwelche Symptome an sich fest.

Nach nur zwei Jahren ist also schon jeder dritte Betroffene beschwerdefrei! Geheilt! - Und das, obwohl aus den (einst Furcht erregenden) Überwachungsfantasien seitdem eine (nunmehr beruhigende) Gewissheit geworden ist!

Noch ist nicht klar, worauf diese enorme Volksberuhigung zurückzuführen ist. Liegt es an angstlösenden Präparaten wie Hydroxyzin, Buspiron, Opipramol und Baldrian, mit denen die Bundesregierung routinemäßig das Trinkwasser und alle Flugzeug-Kondensstreifen versetzen lässt? Oder ist es das Resultat einer Massenhypnose durch das sedierende Karma der legendären Psychotherapeutin "Angela"?

Wenn ja: Schafft sie das auch mit der Angst vor Spinnen und Zahnärzten?