Wissenschaftlich bewiesen Der Abstieg lohnt sich!
Die schärfstmögliche im Injurienarsenal verfügbare Beschimpfung ist, diesen Herrn mit Lutz Bachmann zu vergleichen.
Foto: Arno Burgi/ dpaNachdem Pegida-Anführer Bachmann den Bundesjustizminister soeben als "schlimmsten geistigen Brandstifter seit Joseph Goebbels" bezeichnete, hat SPD-Generalsekretärin Fahimi besonnen reagiert und Bachmann umgehend einen "wahnsinnigen Faschisten" genannt. Partei-Vize Stegner ergänzte kühl, der "Pegidiot" sei seinerseits ein "ekelhafter Brandstifter".
Diese Antworten kommen nicht etwa aus dem Bauch der Politik, sondern beruhen auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diskursforscher der Vorpommern-Universität Bad Sülze haben herausgefunden, dass sich satisfaktionsunfähigen Gegnern am überzeugendsten beikommen lässt, indem man sich auf ihr gedanklich-sprachliches Niveau begibt und sie dort mit den eigenen Waffen schlägt.
"Das ist ein Abstieg, gewiss. Aber er lohnt sich", sagt Projektleiter Prof. Dr. Manfred Schimpf. "Unsere Versuchsreihen zeigen: Eine gediegene Injurie, ein kraftvolles 'Selber Hitler!' wirkt auf die Öffentlichkeit weit souveräner als jedes Argument oder Den-Unfug-einfach-mal-abperlen-Lassen."
Schimpf mahnt die SPD-Spitze jedoch, sich auf ihrem jüngsten Erfolg nicht auszuruhen: Problemlösungskompetenz bei der rhetorischen Eskalation zeige nur, wer auch weiterhin jedes hingehaltene Stöckchen möglichst hoch überspringe.