Große Renten-Überraschung Je niedriger, desto sicherer!
Angst vor Altersarmut: Müssen Besserverdienende als Rentner womöglich im eigenen Geschäft einkaufen?
Foto: Roland Weihrauch/ dpa
Denn überraschenderweise sind sie es und nicht etwa Minijobber, Leiharbeiter und SPAM-Autoren, die sich im Alter am meisten einschränken müssen.
Darüber berichtet jetzt unser - freilich etwas unernster angelegtes - Partnerportal "welt.de" unter der launigen Schlagzeile "Nicht Arme, sondern Reiche haben ein Rentenproblem" . Entdeckt wurde das Phänomen von Freiburger Wissenschaftlern für den "Vorsorgeatlas Deutschland", und zwar im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment.
Das Gerechtigkeitsgefälle ist offensichtlich: Während ein schwäbischer Ingenieur mit jetzt vielleicht 6000 Euro im Monat als Rentner möglicherweise mit weniger als der Hälfte über die Runden kommen muss, ist die oft zitierte und ach so bedauernswerte sächsische Friseurin in Wirklichkeit fein raus: Verdient sie im Augenblick noch um die 830 Euro, kann sie im Alter mit 710 Euro Grundsicherung vom Sozialamt ihren bisherigen Lebensstandard weitestgehend aufrechterhalten. So sehen Sieger aus!
"Wir haben kein Armutsproblem in Deutschland, wir haben ein Lebensstandardsicherungsproblem", findet denn auch Studienautor Bernd Raffelhüschen. Ja, auch das muss zum zehnjährigen Jubiläum mal gesagt werden dürfen: Die Agenda 2010 hat eben nicht nur für einen enormen Zuwachs an Niedriglöhnern und Mini-Jobbern gesorgt, sondern auch dafür, dass immer größere Bevölkerungsgruppen harmonisch, nachgerade unmerklich in den wohlverdienten Ruhestand hinübergleiten können. Ein flächendeckender Mindestlohn würde diesen Erfolg übrigens nur gefährden - und wenn er denn überhaupt je kommt, dann bitte nicht zu hoch!