Rot-Schwarz einig: Reichstag wird nicht abgerissen
Das ihm zugeeignete Gebäude wird von dem deutschen Volke immer besser angenommen
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Das mehr als 70 Politiker umfassende, heute bereits zum siebten Mal zusammentretende Großkoalitionsverhandlungsgremium soll nach dem Willen beider Seiten Anfang Dezember auch offiziell zur höchsten deutschen Volksvertretung erklärt werden.
Damit reagiert Schwarz-Rot auf die von Linken und Grünen geäußerte Kritik, wonach in der parlamentarischen Arbeit seit fast zwei Monaten Stillstand herrsche und der Bundestag nur noch wirke wie ein "Wurmfortsatz der Koalitionsverhandlungen".
Dieser Einschätzung der Opposition stimmten sie grundsätzlich zu, teilen Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel in übereinstimmenden Erklärungen mit: "Wir haben uns deshalb entschlossen, den Appendix zu entfernen und alle Abgeordneten mit sofortiger Wirkung freizustellen."
Dadurch, so die Parteiführer weiter, bekämen 631 Menschen die Chance, sich beruflich neu zu orientieren und "nutzbringenden, zukunftsträchtigen Tätigkeiten zuzuwenden". Zudem würden die Verhandlungspartner so fast vier Jahre Zeit gewinnen, um sich im neuen Parlament auf ein Koalitionspapier zu einigen.
Die geschäftsführende Bundesregierung soll, wie es heißt, "aus humanitären Gründen" im Amt bleiben: Es sei nicht gelungen, für einige FDP-Minister eine sozialverträgliche Anschlussverwendung zu finden.
Das rot-schwarze Parlament tagt weiterhin abwechselnd im Willy-Brandt- und Konrad-Adenauer-Haus. Dennoch wird das Reichstagsgebäude wahrscheinlich nicht abgerissen. Es soll dem deutschen Volke weiterhin zur Verfügung stehen, etwa für Firmen-Events oder Kindergeburtstage; denkbar wäre auch ein Indoor-Kletterpark.