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Noch besser als Social Freezing? Rentner behauptet, ungefrorene Eizellen befruchten zu können

Die aktuelle Fortpflanzungsdebatte nimmt eine überraschende Wendung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Karl-Heinz S. auf dem Weg zum Hausbesuch. Um seinen Patientinnen helfen zu können, braucht er nicht viel Technik. Ihm reicht das kleine Besteck.

Karl-Heinz S. auf dem Weg zum Hausbesuch. Um seinen Patientinnen helfen zu können, braucht er nicht viel Technik. Ihm reicht das kleine Besteck.

Foto: Britta Pedersen/ picture alliance / dpa

Der 69jährige Karl-Heinz S. aus Dortmund-Mengede behauptet, Frauen mit Kinderwunsch besser und preisgünstiger helfen zu können als die landläufig übliche Reproduktionsmedizin.

Er habe dazu im Laufe seines Lebens ein spezielles Verfahren entwickelt und perfektioniert. Dabei müsse er lediglich seinen Unterleib mit dem der Hilfe suchenden Frau zusammenfügen: "Aus urheberrechtlichen Gründen möchte ich nicht ins Detail gehen. Mein Prinzip ist: Keep it simple. Bei mir geht das auch ohne Elektronenmikroskop und Tiefkühltruhe. Ich brauche dazu nicht einmal Licht."

Der Eingriff erfolge bei Zimmertemperatur und dauere "für gewöhnlich nur wenige Minuten oder gar Sekunden". Für höhere Erfolgschancen sei es ratsam, die Behandlung "so oft wie nötig" zu wiederholen.

Früher, so erzählt der ehemalige Lagerist, habe er seinen fachkundigen Service spontan, gratis und aus Nächstenliebe erbracht - etwa nach dem Besuch von Tanzveranstaltungen. Heute müsse er sich damit allerdings seine Mindestrente aufbessern, "aber preislich bin ich immer noch viel attraktiver als Social Freezing".

Das von Karl-Heinz S. vorgestellte Verfahren verstört die Öffentlichkeit. Die meisten von Spam befragten Bürger finden es "umständlich", "unhygienisch" oder sogar "eklig". Auch der Deutsche Ethikrat äußert sich distanziert: "Gewiss, der Mensch sollte die Evolution vorantreiben. Aber nicht alles, was machbar ist, muss auch gemacht werden."