Torlinien-Debatte Wie konservativ ist der deutsche Fußball?
Auch einleuchtend: Das, so begründen Fachleute ihr Nein zur Torlinientechnik, vertrage die empfindliche Elektronik nicht
Foto: Sigi Tischler/ dpaOffiziell wird das mit zu hohen Kosten begründet. Aber das ist, wie jedes Kind weiß, Quatsch. SPAM kennt die wahren Motive:
- Der Profi-Fußball hält sich in dieser Sache für nicht zuständig: Die Totalüberwachung aller innerdeutschen Verbindungen, inklusive der zwischen den Pfosten, sei einzig und allein Aufgabe der NSA.
- Vor allem Rasen-Romantiker wehren sich gegen die moderne Technik. Dadurch, so machte etwa Borussia Dortmund geltend, werde der Fußball steril wie eine Welt ohne Emotionen und Speicheltröpfchen: Man könne es Jürgen Klopp unmöglich zumuten, statt des vierten Schiedsrichters minutenlang einen kleinen Elektronikkasten anzubrüllen.
- Den Vereinen ist es schlichtweg egal, ob der Ball nun im Tor war oder auf dem Flutlichtmast, weil am Ende sowieso der FC Bayern gewinnt.
- Von Fortschrittsfeindlichkeit kann dennoch keine Rede sein: Hamburger SV und VfB Stuttgart erklärten, gegenüber "allen denkbaren Gegentorverhinderungstechniken" offen zu sein - wie etwa "einer flexiblen Torlinie, die sich im Bedarfsfall automatisch vor den Ball bewegt".
- Außerdem betont die Bundesliga, dass die von ihr abgelehnten Geräte anderswo viel dringender gebraucht würden. So könne die JVA Landsberg damit demnächst zweifelsfrei feststellen, ob Uli Hoeneß drin ist oder nicht.