Satire@Spiegel Online: WM-Titel Superlativ - DER SPIEGEL
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Elative Medien-Panik WM-Euphorie ließ sich (kurzzeitig) nicht mehr steigern

Bei Presse, Funk, Fernsehen und Online-Portalen herrschte heute Vormittag der Ausnahmezustand.
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Fan, nicht gesteigert

Fan, nicht gesteigert

Foto: Maja Hitij/ dpa

Die Versorgung mit Superlativen war deutschlandweit zusammengebrochen. Und das am Tag der Siegesfeierlichkeiten!

Ein Redakteur: "Ich suchte nach den richtigen Worten für eine Schlagzeile. Aber alle Superlative waren verbraucht. Es gab nur noch jede Menge fade, ja beinahe abwertende Begriffe wie 'sehr gut', 'großartig', 'gerecht' oder 'hochverdient'. Ein Kollege aus der Buchhaltung brachte mir einen abgehangenen Komparativ. Aber mit so etwas kannst du doch heute keinem Leser kommen: Die Leute würden uns für Miesepeter halten. Sie würden uns hassen. Wir könnten den Laden zumachen."

Zum Glück dauerte die Krise nur etwa fünf Minuten. Dann funktionierte der Nachschub wieder, und den Medienschaffenden gelangen höchst respektable Enthusiasmen wie "Das intelligenteste Finaltor der WM-Geschichte" .

Doch der Schock steckt ihnen allen noch in den Knochen. Der Chefredakteur einer großen Tageszeitung fordert "die Einrichtung einer nationalen Superlativ-Reserve". Zudem müssten die Linguisten die Journalisten endlich mit sprachlichen Mitteln ausrüsten, die der deutschen Seelenlage annähernd entsprechen.

Es sei unerträglich, dass diesbezüglich ausgerechnet Krisenstaaten mit einer vierten Steigerungsform weit besser ausgestattet sind. So verfüge das Neugriechische über den sogenannten Elativ, im Baskischen gebe es sogar den Exzessiv: "Es ist ja nicht nur wegen des Fußballs. Es kann ja auch sein, dass wir mal einen Krieg gewinnen."